„Keine Reserven“: Norwegen könnte russisches Gas nicht ersetzen

© SNA / Alexey Witwizki / Zur BilddatenbankGascade-Verdichterstation in Eischleben
Gascade-Verdichterstation in Eischleben - SNA, 1920, 20.01.2022
Norwegen deckt laut Regierungschef Jonas Gahr Store bereits ein Drittel des deutschen Gasbedarfs und hat keine Reserven mehr, um etwaige Ausfälle von russischen Lieferungen in die Bundesrepublik auszugleichen. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin sind Deutschlands Gasspeicher aktuell nur zur Hälfte gefüllt.
„Wir haben keine Reserven, mit denen wir andere Dinge ersetzen könnten“, sagte Store im am Dienstag veröffentlichten ZDF-Interview.
Auf die Frage, ob Norwegen einspringen könnte, wenn die Ostseepipeline Nord Stream 2 nicht liefere und es in Deutschland kalt würde, sagte Store: „Wir sind bereits eingesprungen, wie gesagt, wir liefern ein Drittel des Gasbedarfs Deutschlands, aber wir drehen bei voller Kapazität.“
Wie SNA berichtete, sind Deutschlands Gasspeicher aktuell nur zu rund 50 Prozent gefüllt, was einer theoretischen Verfügbarkeit des Arbeitsgases für circa 18 Tage entspricht. Das geht aus einer Antwort des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) auf eine Anfrage eines Bundestagsabgeordneten hervor. In den letzten fünf Jahren hatte der Füllstand der deutschen Gasspeicher durchschnittlich noch bei jeweils 75 Prozent gelegen.
Der deutsche Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck zeigt eine Grafik während einer Pressekonferenz in Berlin, Deutschland, am 11. Januar 2022.  - SNA, 1920, 19.01.2022
Reserven knapper denn je: Gas in Deutschland reicht offenbar nur noch für 18 Tage – Bericht
Die Pipeline Nord Stream 2, durch die künftig bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr nach Deutschland und in weitere EU-Länder fließen sollen, ist bereits seit Wochen betriebsbereit und wartet auf grünes Licht der deutschen und der europäischen Behörden.
Mitte November setzte die deutsche Bundesnetzagentur die Zertifizierung des Pipelinebetreibers Nord Stream 2 AG als Unabhängiger Transportnetzbetreiber vorläufig aus. Eine Zertifizierung komme nur dann in Betracht, wenn der Betreiber in einer Rechtsform nach deutschem Recht organisiert sei, hieß es.
Das rund 9,5 Milliarden Euro teure Projekt ist umstritten. Gegen die Pipeline stemmen sich die USA, osteuropäische Staaten und das Transitland Ukraine.
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