Nach Unruhen: Kasachstans Polizei stößt auf „geheime Gräber“

© AP Photo / Vladimir TretyakovUnruhen in Almaty, Kasachstan
Unruhen in Almaty, Kasachstan - SNA, 1920, 20.01.2022
Nach den blutigen Ausschreitungen von Anfang Januar hat die Polizei in Kasachstans größter Stadt Almaty nach eigenen Angaben mehrere frische Gräber entdeckt, in denen getötete Krawallmacher begraben worden sein sollen.
Polizeisprecherin Saltanat Asirbek bestätigte in einem amtlichen Telegram-Kanal diese Informationen. Ihr zufolge waren die Leichen heimlich begraben worden, „um die Identifizierung der Unruhestifter zu erschweren“.

Das kasachische Innenministerium berichtete am Donnerstag von der Festnahme dreier Männer in Almaty, die während der Massenunruhen Waffen im Zentrum der Stadt verteilt haben sollen. Die Polizei verfüge über einen Videobeweis der Tat, hieß es. Die jungen Männer zwischen 19 und 20 Jahren sollen zuvor ein Waffengeschäft geplündert haben, wie der stellvertretende Polizeichef von Almaty Berik Abilbekow mitteilte.
Laut der Polizei legten die Festgenommenen ein Geständnis ab: Eine Gruppe von Unbekannten habe sie mit Sturmgewehren dazu gezwungen, ein Waffengeschäft zu plündern, und sie habe ihnen dann einen Teil der erbeuteten Waffen weggenommen. Der Rest sei auf einem Platz im Zentrum der Stadt verteilt worden. „Wir haben das aus Angst getan“, wurde einer der Verdächtigen zitiert.
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Zuvor hatte der Polizeichef von Almaty, Kanat Taimerdenow, mitgeteilt, dass Unbekannte während der Ausschreitungen ein Leichenhaus angegriffen und 41 Leichname gestohlen haben.
Mindestens 225 Menschen waren während der Ausschreitungen in Almaty und vielen anderen Städten Kasachstans in den beiden ersten Januarwochen nach Angaben der Staatsanwaltschaft getötet und 4578 weitere verletzt worden. Unter den Todesopfern waren 19 Sicherheitskräfte. Laut UN-Angaben gab es mindestens 1000 Verletzte.
Auslöser der Massenproteste, die schnell in blutige Krawalle umschlugen, war eine drastische Erhöhung der Kraftstoffpreise an den Tankstellen. In der Millionenstadt Almaty gab es Plünderungen, Überfälle auf Einrichtungen und Waffenlager. Daraufhin verhängte Präsident Kassym-Schomart Tokajew den Ausnahmezustand und bat die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) um Hilfe im Kampf gegen die „Terroristen“.
Das postsowjetische Militärbündnis, in dem neben Kasachstan auch Russland, Belarus, Armenien, Kirgisistan und Tadschikistan verbündet sind, schickte umgehend Soldaten in das zentralasiatische Land. Am 13. Januar wurde der Einsatz für beendet erklärt. Am gestrigen Mittwoch teilte das kasachische Verteidigungsministerium mit, dass alle ausländischen OVKS-Truppen das Land bereits verlassen hätten.
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