Moskau rechnet am Freitag mit schriftlicher Antwort der USA auf russische Vorschläge

© SNA / Alexey Witwizki / Zur BilddatenbankWladimir Tschischow, Außerordentlcher und Bevollmächtigter Botschafter, ständiger Vertreterer Russlands bei der Europäischen Union (Archiv)
Wladimir Tschischow, Außerordentlcher und Bevollmächtigter Botschafter, ständiger Vertreterer Russlands bei der Europäischen Union (Archiv) - SNA, 1920, 20.01.2022
Moskau rechnet nach Worten eines ranghohen russischen Diplomaten damit, dass US-Außenminister Antony Blinken am Freitag schriftliche Antworten auf russische Sicherheitsvorschläge zu Verhandlungen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow nach Genf bringen würde.
„Ich hoffe darauf, dass Blinken nicht mit leeren Händen nach Genf kommt“, sagte der ständige Botschafter Russlands bei der Europäischen Union, Wladimir Tschischow, am Donnerstag in einem Interview des TV-Senders CNBC.
„Wenn die USA zusätzliche Zeit brauchen, könnte das bei den Verhandlungen geregelt werden. Aber wir erwarten eine schriftliche Antwort.“
Tschischow äußerte ferner die Hoffnung darauf, dass das bevorstehende Treffen von Lawrow und Blinken zum „Abbau der vorhandenen Spannungen“ beitragen werde.

Russlands Sicherheitsvorschläge an USA und Nato

Russland hatte Ende 2021 Entwürfe eines Vertrages mit den USA und eines Abkommens mit der Nato über Sicherheitsgarantien publik gemacht. Moskau fordert von den westlichen Partnern juristisch bindende Garantien für den Verzicht auf die Osterweiterung der Nato, auf die Aufnahme der Ukraine und auf die Einrichtung von Militärbasen in postsowjetischen Ländern.
Bei den Konsultationen zwischen Russland, den USA und der Nato, die vom 9. bis 13. Januar stattfanden, wurde erwartungsgemäß kein Durchbruch erzielt. Außenminister Lawrow zufolge fordert Russland eine konkrete schriftliche Antwort auf jeden Artikel der beiden Dokumente. Von den Antworten der Partner würden weitere Handlungen Moskaus und die Perspektiven der Wiederaufnahme der Gespräche abhängen, betonte der russische Chefdiplomat.

EU isoliert sich selbst von den Sicherheitsgesprächen

Dem russischen TV-Sender Rossija 24 sagte Tschischow, dass die Europäische Union sich selbst von den Verhandlungen über Sicherheitsgarantien isoliert habe, indem Brüssel jeden Dialog mit Russland blockiere.
„Erstaunlich ist dabei, dass die EU Russland dafür verantwortlich macht (…) Als wir unsere Vorschläge Mitte Dezember den USA und den Nato-Ländern unterbreitet hatten, fragten meine EU-Partner mich, wo sie am Verhandlungstisch sitzen würden. Dann haben sie die Frage selbst beantwortet: ‚Wir arbeiten über die Vereinigten Staaten und in Kooperation mit der Nato‘“, sagte der russische Botschafter.
„Weltuntergangsuhr“ („Doomsday Clock“)  - SNA, 1920, 20.01.2022
„Weltuntergangsuhr“ steht weiterhin auf 100 Sekunden vor Mitternacht
Die Diskussionen in Genf und Brüssel hätten der EU keinen Mehrwert gebracht. Gegenstand dieser Diskussionen seien Probleme strenger Sicherheit gewesen (Atomwaffen, Kurz- und Mittelstreckenraketen, Stationierung der Truppen). Aber die EU sei kein Militärbündnis, worauf sie selbst hingewiesen habe, ergänzte Tschischow.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала