Nach „Schock" und „Gewöhnung“: Merz will CDU schnell zu neuem Aufbruch führen

© REUTERS / MICHELE TANTUSSIFriedrich Merz (Archivbild)
Friedrich Merz (Archivbild) - SNA, 1920, 20.01.2022
Nach der bitteren Niederlage bei der Bundestagswahl muss die CDU laut Friedrich Merz zu neuem Selbstvertrauen finden. Dem anfänglichen „Schock“ und der „Gewöhnung“ müsse schnell ein „Aufbruch“ folgen, sagte der designierte Parteichef der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
„Zuerst war die Schockphase, jetzt sind wir in der Gewöhnungsphase“, äußerte er. „Ich hoffe, dass nach dem Parteitag relativ schnell die Aufbruchphase folgt.“
„Wichtig ist, dass die Partei wieder Selbstbewusstsein und Zuversicht ausstrahlt, dass wir diese Rolle annehmen und nicht wie Franz Müntefering sagen ‚Opposition ist Mist‘“, betonte Merz. Er bezeichnete die Opposition als einen Wählerauftrag und konstitutiven Bestandteil der demokratischen Ordnung Deutschlands.
Auf die Frage, ob die CDU bereits in der Opposition angekommen sei, antwortete Merz: „Tatsächlich ja, emotional noch nicht ganz.“ Das gelte für die Partei wie für die Bundestagsfraktion. „Ich habe das 1998/99 ja schon einmal miterlebt und weiß aus dieser Erfahrung, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis man den Hebel innerlich umgelegt hat, um sich auf die neue Lage einzustellen. Das ist völlig normal.“
„Deshalb haben wir da auch etwas zu tun. Und wenn wir es gut machen, dann ist die Opposition von heute die Regierung von morgen“, so der 66-Jährige, der an diesem Samstag von einem digitalen Parteitag zum Nachfolger von Armin Laschet als CDU-Vorsitzender gewählt werden soll.
Die Bildung der Ampel-Koalition im Bund verringert nach Einschätzung des designierten Parteichefs nicht die Koalitionsoptionen für die CDU. „Meine Wahrnehmung ist, dass sowohl die FDP als auch die Grünen durchaus Interesse daran haben, sich nicht allein in die Abhängigkeit der Sozialdemokraten zu begeben“, sagte Merz. Die CDU wolle zunächst einmal die vier Landtagswahlen in diesem Jahr im Saarland sowie in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gut bestehen.
Eine Wahlplakate mit Winfried Kretschmann (Symbolbild) - SNA, 1920, 08.01.2022
Kretschmann über die CDU: „Weiß gar nicht, was die wollen”
Die SPD hatte die Bundestagswahl am 26. September mit 25,7 Prozent knapp für sich entschieden. Die Union war mit 24,1 Prozent der Stimmen nur zweitstärkste Kraft geworden. Auf Platz drei landeten die Grünen (14,8 Prozent), gefolgt von der FDP (11,5) und der AfD (10,3).
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