Bidens Drohungen könnten Krieg provozieren – Kreml

© SNA / Natalia SeliwerstowaMoskauer Kreml (Archivbild)
Moskauer Kreml (Archivbild)  - SNA, 1920, 20.01.2022
Ein Gespräch zwischen den Präsidenten Russlands und der USA, Wladimir Putin und Joe Biden, ist laut dem Kreml-Sprecher Dmitri Peskow nicht ausgeschlossen und kann nur begrüßt werden. Die jüngsten Drohungen seitens des US-Präsidenten tragen laut Peskow jedoch nicht zur Deeskalation um die Ukraine bei.
„Wir schließen auch eine weitere Kommunikation zwischen den beiden Präsidenten nicht aus. Wir glauben, dass eine solche Kommunikation in jedem Fall nur zu begrüßen ist, sie ist für beide Staaten nützlich“, sagte Peskow am Donnerstag gegenüber Journalisten.
Der Kreml wollte aber zuerst die Antwort aus Washington auf Moskaus Forderungen nach Sicherheitsgarantien abwarten. Danach würden die Präsidenten über ihre Kontakte selbst entscheiden, betonte Peskow.
Eine schriftliche Antwort der Vereinigten Staaten zu Sicherheitsgarantien erwarte der Kreml in naher Zukunft:
„Die Zeit ist wichtig.Wir sprechen davon, dass wir das (die Antwort – Anm.d.Red.) in den kommenden Tagen erwarten, nicht unbedingt morgen“.
Wenn Russland in der nächsten Woche eine Antwort erhalte, sei dies akzeptabel, merkte der Kreml-Sprecher an.
Gleichzeitig betonte er, dass die USA eine gewisse Gesprächsbereitschaft zeigten, aber Themen, die für Russland von grundlegender Bedeutung seien, nicht erörtern würden:
„ Es gibt wirklich eine gewisse Bereitschaft seitens Washingtons, seitens der Nato und so weiter, einige Fragen im Zusammenhang mit dieser Situation zu besprechen, was wahrscheinlich zur positiven Seite gehört. Aber Tatsache ist, dass diese Bereitschaft, über die Fragen zu diskutieren, nicht für Themen gilt, die für uns von größter Bedeutung sind”.
Zu den neuen Drohungen von US-Präsident Joe Biden gegen Russland hat sich Peskow folgendermaßen geäußert:
„Aussagen mit Drohungen gegen Russland und einer Warnung, dass Russland für einige hypothetische Handlungen einen hohen Preis zahlen muss, sind täglich zu hören. Sie ertönen von der durchschnittlichen Expertenebene bis zur höchsten Ebene des Staatschefs. Wir haben wiederholt auf solche Äußerungen reagiert , sie kommentiert; ich denke nicht, dass es notwendig ist, weiter zu kommentieren, weil die tatsächlich gleichen Aussagen wiederholt werden“.
Die Äußerungen trügen nicht zur Entspannung bei und könnten zu einer Destabilisierung der Situation um die Ukraine führen. „Sie könnten den Hitzköpfen einiger Vertreter der ukrainischen Führung falsche Hoffnung einflößen, dass sie sich dazu entschließen, erneut einen Bürgerkrieg zu beginnen und das Problem im Südosten (Donbass) mit Gewalt zu lösen.“
Biden hatte Moskau am Mittwoch erneut mit harten Sanktionen für den Fall eines Einmarsches gedroht: „Wenn sie das tun, dann werden sie einen hohen Preis zahlen. Unmittelbar, kurzfristig, mittelfristig und langfristig.“ Er vermute, dass russische Soldaten in die Ukraine eindringen würden, glaube aber nicht, dass Russlands Staatschef Wladimir Putin „einen ausgewachsenen Krieg“ wolle, so Biden.
An diesem Freitag wollen sich Russlands Außenminister Sergej Lawrow und sein US-Kollege Antony Blinken in Genf treffen. Dabei solle es um die nächsten Schritte im Zusammenhang mit den Sicherheitsgarantien gehen, sagte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa.
Präsident Joe Biden macht eine Pause während einer Pressekonferenz im East Room des Weißen Hauses in Washington , Mittwoch, 19. Januar 2022. (AP Photo/Susan Walsh) - SNA, 1920, 20.01.2022
„Ein unbeabsichtigter Krieg“: Situation um die Ukraine könnte außer Kontrolle geraten – Biden
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