Umfrage zu gestiegener Inflation: Viele Deutsche fühlen sich existenziell bedroht

© REUTERS / Annegret HilseMenschen mit Einkaufstaschen gehen in der Nähe eines Einkaufszentrums während der Corona-Pandemie in Berlin (Archivbild)
Menschen mit Einkaufstaschen gehen in der Nähe eines Einkaufszentrums während der Corona-Pandemie in Berlin (Archivbild) - SNA, 1920, 19.01.2022
Wegen der rekordhohen Inflationsraten kann jeder neunte Deutsche nach eigenen Angaben kaum noch seine Lebenshaltungskosten leisten. Darüber berichtet die Deutsche Presse-Agentur (DPA) unter Verweis auf eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Postbank.
17 Prozent der Befragten aus Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen geringer als 2500 Euro gaben an, sie seien wegen gestiegener Preise kaum noch in der Lage, die regelmäßigen Ausgaben zu stemmen. 44 Prozent der 2102 Befragten waren sehr beunruhigt wegen der gestiegenen Teuerungsraten, fast genauso viele (43 Prozent) meinten, sie seien „etwas“ beunruhigt.
Inflation (Symbolbild) - SNA, 1920, 19.01.2022
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Der Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel erklärte, worauf sich die Verunsicherung in großen Teilen der Bevölkerung zurückführen lässt:
„Da sich Lebensmittel, Energie und Kraftstoffe erheblich verteuert haben, die Einkommen mit der Preisentwicklung aber nicht Schritt halten können, schrumpft der finanzielle Spielraum“, fasste Bargel zusammen.
Die YouGov-Umfrage ergab zudem, dass eine wachsende Gruppe, inzwischen ein Viertel der Befragten, nichts sparen könne (22 Prozent) oder wolle (drei Prozent). Mit Blick auf diese Entwicklung erklärte Bargel: „In den unteren Einkommensgruppen fehlen die finanziellen Reserven, um Geld langfristig und gewinnbringend anzulegen.“
„Auf dem Giro- oder Sparkonto verlieren Ersparnisse durch die Inflation jedoch kontinuierlich an Wert - was den finanziellen Spielraum für einkommensschwächere Haushalte noch weiter verkleinert“, fügte der Experte hinzu.
Die Teuerung in Deutschland war im November erstmals seit mehr als 29 Jahren über die Fünf-Prozent-Marke geklettert. Demnach kosteten Waren und Dienstleistungen 5,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Hauptgrund für den kräftigen Anstieg sei die teure Energie, so die erste Schätzung des Statistischen Bundesamts. Für das gesamte Jahr 2021 berechnete die Behörde die Inflationsrate erstmal auf 3,1 Prozent, was wiederum dem höchsten Stand seit 1993 entspricht.
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