Kurz vor Olympia: Amnesty International bemängelt Fortschritt bei Menschenrechten in China

© AFP 2022 / NOEL CELISOlympische Winterspiele in Peking
Olympische Winterspiele in Peking  - SNA, 1920, 19.01.2022
Zwei Wochen vor den Olympischen Winterspielen in Peking sieht Amnesty International keine Fortschritte bei der Menschenrechtslage in China, in vielen Bereichen hat sich die Situation nach Ansicht der Organisation sogar verschlechtert, obwohl Peking Verbesserungen in Bezug auf Medien- und Demonstrationsfreiheit versprochen hatte.
Die Situation in dem Land sei „weiterhin katastrophal“, hieß es. „Die internationale Gemeinschaft muss die Olympischen Winterspiele in Peking zum Anlass nehmen, um Verbesserungen der Menschenrechtslage in China zu fordern“, verlangte Amnesty International. „In vielen Bereichen hat sich die Menschenrechtssituation jedoch gegenüber 2008, als Peking Austragungsort für die Olympischen Sommerspiele war, deutlich verschlechtert“, hieß es.
Die Organisation setzt sich verstärkt für chinesische Inhaftierte ein, die wegen der Wahrnehmung ihres Rechts auf Meinungsfreiheit verfolgt werden. Laut Julia Duchrow, Stellvertreterin des Generalsekretärs von Amnesty International in Deutschland, werde das Recht auf freie Meinungsäußerung in China systematisch mit Füßen getreten.
„Wenn die chinesische Regierung die Olympischen Spiele als Aushängeschild für das Land benutzen möchte, dann sollte sie zunächst damit anfangen, all diejenigen aus der Haft zu entlassen, die lediglich aufgrund der friedlichen Wahrnehmung ihrer Menschenrechte strafverfolgt und inhaftiert sind“, sagte Duchrow.
Die Organisation forderte vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC), darauf zu bestehen, dass die chinesische Regierung ihr Versprechen zur Gewährleistung der Medienfreiheit einhält, einschließlich uneingeschränktem Internetzugang für chinesische und internationale Journalisten. Peking sollte außerdem friedliche Proteste während der Olympischen Spiele erlauben.
„Die Olympischen Winterspiele in Peking dürfen nicht zum Sportswashing dienen, die internationale Gemeinschaft darf keinesfalls eine chinesische Propagandaübung unterstützen“, sagte Duchrow.
Chinas Außenminister Wang Yi - SNA, 1920, 20.12.2021
Chinas Außenminister: Taiwan ist keine Spielfigur für Druck auf Peking
Die Olympischen Winterspiele finden vom 4. bis 20. Februar 2022 in China statt. Die USA hatten das IOC aufgefordert, die Veranstaltung wegen Missachtung der Menschenrechte in China zu verschieben. Später hatten sie angekündigt, keine diplomatischen oder offiziellen Vertreter zum großen Sportereignis nach China zu entsenden. Australien, Kanada und Großbritannien schlossen sich dem Boykott an. Auch Neuseeland will keine diplomatischen Vertreter nach China schicken.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat den politischen Boykott der Olympischen Winterspiele als inakzeptabel kritisiert und sich gegen eine Politisierung des Sports geäußert. Der Kremlchef will im Februar zur Eröffnung der Spiele nach Peking reisen.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала