Erdogan lädt Putin und Selenski zu Ukraine-Gespräch ein

© REUTERS / MURAT CET NMUHURDARDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (Archiv)
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (Archiv) - SNA, 1920, 19.01.2022
Die Türkei ist bereit, Räumlichkeiten für Verhandlungen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem ukrainischen Amtskollegen Wladimir Selenski bereitzustellen. Das teilte der Sprecher des türkischen Staatschefs, Ibrahim Kalin, am Dienstag mit.
„Präsident (Recep Tayyip) Erdogan hat beide Staatschefs eingeladen, in die Türkei zu kommen und dort ein Treffen zur Beilegung von Problemen und Uneinigkeiten abzuhalten. Die Türkei ist bereit, jede in ihrer Reichweite liegende Rolle zu spielen, um die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine zu mindern“, sagte Kalin.
Er teilte auch mit, dass der türkische Präsident beabsichtige, in den nächsten Wochen die Ukraine zu besuchen.
„Zu dieser Zeit werden wir in engem Kontakt zu Russland stehen, um jegliche militärische Handlungen zu vermeiden, die ernsthafte Folgen nach sich ziehen könnten“, fügte Erdogans Sprecher hinzu.
Der Pressesprecher des türkischen Präsidenten, Ibrahim Kalin - SNA, 1920, 30.12.2021
Türkei will zum Abbau der Spannungen zwischen Russland und Ukraine beitragen
Westliche Politiker und Medien haben wiederholt über angebliche russische Vorbereitungen zum Einfall in die Ukraine gesprochen. Moskau weist diese Anschuldigungen zurück und betont, sie würden nur als Vorwand genutzt, um Kriegsgerät und Kampfkräfte der Nato in der Nähe der russischen Grenzen zu stationieren. Russland hege keine Aggressionspläne und bedrohe niemanden, und die Truppenbewegungen auf dem Territorium des Landes könnten niemanden beunruhigen, wurde im Kreml betont.
In der vergangenen Woche wurde eine Reihe von Konsultationen zwischen Russland, den USA und der Nato über Sicherheitsgarantien abgehalten. Dieses Thema wurde bei den Treffen mit der US-Seite am 9. und 10. Januar in Genf, in einer Sitzung des Russland-Nato-Rates am 12. Januar in Brüssel und in Räumen der OSZE am 13. Januar erörtert.
Im Zentrum der Diskussionen standen die Vertragsentwürfe, die die russische Seite Ende vergangenen Jahres Washington und seinen Verbündeten vorgelegt hatte. Der Kreml besteht darauf, dass die Nato ihre militärische Zusammenarbeit mit ehemaligen Sowjetrepubliken einstellen, auf die Einrichtung von Militärbasen auf ihren Territorien verzichten, die Stationierung von Angriffswaffen in der Nähe der russischen Grenze einschränken, US-Atomwaffen aus Europa abziehen und auf ihre Ausdehnung nach Osten verzichten soll.
Dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zufolge hat der Westen versprochen, in der nächsten Woche schriftliche Antworten auf die russischen Vorschläge zu geben. Moskau brauche eine konkrete Antwort auf jeden Punkt der betreffenden Dokumente – davon würden weitere Handlungen der russischen Seite und die Perspektiven für die Wiederaufnahme der Verhandlungen abhängen, sagte der Minister.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала