Ruhe vor Omikron-Sturm – Krankenhauspersonal könnte kurzfristig ausfallen

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Arzt neben einem Patienten (Symbolbild) - SNA, 1920, 18.01.2022
Die „Omikron-Wand“ breitet sich in Deutschland weiter aus und lässt die Sieben-Tage-Inzidenzen nach oben schießen. Trotz mehrheitlich milder Verläufe geben Intensivmediziner laut Medien keine Entwarnung. „In den Kliniken droht auch den Normalstationen eine Überlastung“, sagt ein Mediziner vorher, der den Corona-Krisenstab berät.
Die Coronavirus-Variante Omikron sei verantwortlich für die steigende Sieben-Tage-Inzidenz. Diese liege nun bei 553,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert-Koch-Institut (RKI) zudem 74.405 positive Testergebnisse. „Die tatsächliche Zahl könnte deutlich höher liegen, da Testlabore an ihre Grenzen stoßen.“ Darüber berichtete am Dienstag die Sendung „Tagesschau“. Bundesweit wurden RKI-Angaben zufolge binnen 24 Stunden 193 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 verzeichnet.
Mittlerweile seien demnach mehr als 90 Prozent aller „detektierten Corona-Infektionen“ auf die Omikron-Variante zurückzuführen. Allerdings habe die „Omikron-Wand“ noch zu keiner Überlastung der Intensivstationen geführt. „Doch Entwarnung wollen Mediziner nicht geben – aus gleich mehreren Gründen.“ Ein aktueller WDR-Beitrag spricht von der „Ruhe vor dem Sturm“.
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Christian Karagiannidis, wissenschaftlicher Leiter des Divi-Intensivregisters, sagte, die Situation auf den Intensivstationen bundesweit sei bisher entspannt. „Wir sehen derzeit eine Verbreitung von Omikron bei den jüngeren Altersgruppen und noch nicht bei den über 60-Jährigen.“ Deswegen könne keine Entwarnung gegeben werden.
„Wir haben Pläne in den Schubladen, was wir tun, wenn die Normalstationen und Notaufnahmen überlastet werden“, ergänzte der Intensivmediziner Uwe Janssens, der den Corona-Kristenstab berät. „Wir gehen davon aus, dass wir diese Woche noch 100.000 Neuinfektionen pro Tag haben werden.“
Momentan gebe es auch „auf den Normalstationen“ eine stabile Situation, „was die Einweisung von Corona-Patienten betrifft“, sagte Janssens. „Das ist aber nur die Ruhe vor dem Sturm, wenn wir auf Omikron blicken.“ Auch weil sich viele Mitarbeitende in den Kliniken selbst infizieren werden, so der Chefarzt am St. Antonius Hospital Eschweiler. „Derzeit rechnen wir hier mit einer Quote von zehn bis 30 Prozent des Krankenhauspersonals, die sich infizieren werden und dann kurzfristig ausfallen.“
Die „Normalstationen“ würden in der Diskussion häufig vergessen, kritisierte der Mediziner. Kliniken würden laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft bereits erste Auswirkungen der sogenannten Omikron-Welle spüren durch mehr Patienten mit Covid-19-Erkrankungen. Besonders Bremen, Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein seien davon betroffen.
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