Lauterbach gegen Impfregister

© REUTERS / MICHELE TANTUSSIDer Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach
Der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach - SNA, 1920, 18.01.2022
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach plädiert für eine allgemeine Impfpflicht ohne ein erst noch zu schaffendes Impfregister. Christian Drosten sieht in der Omikron-Variante eine „Chance“.
„Wir können die Impflicht auch monitorisieren ohne Impfregister“, sagte der SPD-Politiker und Gesundheitsminister Karl Lauterbach am Dienstag im Deutschlandfunk. Er warne davor, auf ein Register zu setzen – „Der Aufbau eines Impfregisters dauert lange und ist auch datenschutzrechtlich nicht unumstritten.“ Auf Details einer Impfstatus-Kontrolle ohne Register wollte er aber nicht eingehen, um noch zu formulierenden Anträgen im Bundestag nicht vorzugreifen.
Zur Begründung einer allgemeinen Impfpflicht wies er auf die seiner Ansicht nach zu niedrige Impfquote hin. Das Virus könne sich auch noch einmal verändern, in dem es wie Omikron höchstansteckend bleibe, aber wieder tödlich wie Delta werde.

„So etwas kann niemand ausschließen. Daher sind Werte von 80 Prozent deutlich zu niedrig.“

Drosten: Milder Omikron-Verlauf ist „Chance“

Der Virologe Christian Drosten sieht hingegen im häufig milderen Verlauf nach Ansteckung mit der Omikron-Variante eine „Chance“, in den endemischen Zustand zu kommen – „breite Immunität vorausgesetzt“, wie er dem „Tagesspiegel am Sonntag“ sagte. Alle Menschen müssten sich früher oder später mit Sars-Cov-2 infizieren, meint er. „Ja, wir müssen in dieses Fahrwasser rein, es gibt keine Alternative“, sagte Drosten. „Wir können nicht auf Dauer alle paar Monate über eine Booster-Impfung den Immunschutz der ganzen Bevölkerung erhalten.“ Das müsse das Virus machen.
Der deutsche Virologe Christian Drosten (Archiv) - SNA, 1920, 16.01.2022
„Wie ein fahrender Zug, auf den man aufspringt“: Drosten zur Omikron-Variante
Lauterbach verteidigte, dass die genaueren PCR-Tests bei der Freitestung für ein vorzeitiges Quarantäne-Ende jetzt vorrangig für Gesundheits- und Pflegepersonal vorgehalten werden sollen. „Wir werden nicht genug PCR-Tests haben, da ist die Kapazität begrenzt“, sagte er. Für andere Gruppen wie in den Schulen sei ein Antigentest ausreichend. Für das Freitesten funktioniere dieser Test sehr gut. „Er funktioniert nicht ganz so gut am Anfang einer Infektion“, so Lauterbach, „er funktioniert aber sehr gut, wenn man zurück will.“
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