Kasachstans Staatssekretär: Terroristen wollten Krawalle für Attacken nutzen

© REUTERS / MARIYA GORDEYEVAFolgen schwerer Ausschreitungen in der Millionenmetropole Almaty, vormals Hauptstadt Kasachstans. 6. Januar 2022
Folgen schwerer Ausschreitungen in der Millionenmetropole Almaty, vormals Hauptstadt Kasachstans. 6. Januar 2022 - SNA, 1920, 18.01.2022
Ausländische Terrornetzwerke haben nach Worten von Kasachstans Staatssekretär Jerlan Karin geplant, die provozierten Krawalle im Land für Attacken zu nutzen.
„Aber diese Versuche wurden von unseren Sicherheitskräften und Geheimdiensten zum Scheitern gebracht“, sagte Karin am Dienstag in einem Interview des Fernsehsenders Chabar 24.
Der Unmut über gestiegene Treibstoffpreise an den Tankstellen in dem öl- und gasreichen Land war Anfang Januar in Schanaosen und Aktau in Proteste gegen die Staatsführung umgeschlagen, die sich schnell auf andere Regionen ausweiteten.
Es kam zu Krawallen und Pogromen, darunter in Kasachstans größter Metropole Almaty. Terroristen und Kriminelle steckten Regierungsgebäude, Polizei- und Krankenwagen in Brand, plünderten zahlreiche Banken und Geschäfte, darunter Waffenläden. Staatspräsident Kassym-Schomart Tokajew rief bis zum 19. Januar landesweit den Notstand aus und ersuchte die OVKS um Hilfe. „Es geht um einen versuchten Staatsstreich, um eine Attacke auf die Integrität des Staates.“

Tokajew entlässt Regierung

Am 5. Januar entließ Tokajew die Regierung und übernahm von Ex-Präsident Nursultan Nasarbajew das Amt des Sicherheitsratschefs. Die von ihm herbeigerufene Friedensmacht der Organisation des Vertrages über die kollektive Sicherheit (OVKS) nahm die wichtigsten Objekte der Infrastruktur unter Schutz und ermöglichte es den kasachischen Sicherheitskräften, die Krawalle niederzuschlagen. Am 13. Januar wurde die OVKS-Operation für beendet erklärt.
Ankunft russischer Friedenssoldaten auf dem Flugplatz Tschkalowski bei Moskau - SNA, 1920, 16.01.2022
OVKS-Friedenseinheiten von Kasachstan nach Russland zurückgekehrt
In dem neuntgrößten Land der Erde gab es während der Ausschreitungen rund 10.000 Festnahmen. 227 Menschen, darunter 19 Sicherheitskräfte, kamen ums Leben, etwa 1000 Menschen wurden verletzt.
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