Großbritannien liefert Waffen an die Ukraine wegen „zehntausender russischer Truppen“

© AP Photo / Alex BrandonGroßbritanniens Verteidigungsminister Wallace (Archivbild)
Großbritanniens Verteidigungsminister Wallace (Archivbild) - SNA, 1920, 18.01.2022
Großbritanniens Verteidigungsminister Ben Wallace hat am Montag vor dem Parlament des Landes einen Rüstungsexport in die Ukraine angekündigt. Die erste Lieferung von Panzerabwehrwaffen erfolgte bereits am Montag. Ferner wird eine kleine Anzahl britischer Truppen zu Übungszwecken in das Land geschickt.
Grund für die Waffenlieferung sei die Stationierung „zehntausender russischer Truppen in der Nähe der ukrainischen Grenze“, die mit „Panzern, gepanzerten Kampffahrzeugen, Raketenartillerie und ballistischen Kurzstreckenraketen“ ausgestattet seien, teilte Wallace laut Pressemitteilung der Regierung Großbritanniens mit.
Unabhängig davon, ob die genannten Truppen gegen die Ukraine eingesetzt würden, trage „ihre Präsenz und Bereitschaft zu einer destabilisierenden und zwanghaften Atmosphäre bei“.

„Darüber hinaus haben wir in den letzten Wochen eine verhärtete russische Rhetorik, verstärkte Cyberaktivitäten und weit verbreitete Desinformation beobachtet, die als falscher Vorwand für eine russische Militärintervention dienen könnten“, so Wallace.
Das Land will die ukrainischen Streitkräfte nun mit Panzerabwehr- und Verteidigungswaffensystemen ausstatten, diese seien für die „Selbstverteidigung“ bestimmt. Auch britische Truppen sollen zu Übungszwecken in die Ukraine geschickt werden:

„Wir haben die Entscheidung getroffen, die Ukraine mit leichten, Panzerabwehr- und Verteidigungswaffensystemen zu versorgen. Eine kleine Anzahl britischer Mitarbeiter wird im Rahmen der Operation Orbitral für kurze Zeit frühzeitige Übungen absolvieren, bevor sie dann nach Großbritannien zurückkehren.“

Der Verteidigungsminister machte keine Angaben zu der Zahl oder Art der Waffen. Es seien keine strategischen Waffen und würden somit keine Bedrohung für Russland darstellen. Die Lieferung sei lediglich zum Zweck der ukrainischen Selbstverteidigung geplant und solle die ukrainischen Streitkräfte unterstützen.

„Die Ukraine hat jedes Recht, ihre Grenzen zu verteidigen, und dieses neue Hilfspaket stärkt ihre Fähigkeit, dies zu tun“, resümierte Wallace.
Der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk - SNA, 1920, 16.01.2022
„Heiliges Recht auf Selbstverteidigung”: Kiews Botschafter fordert Waffenlieferungen von Baerbock
Die Ukraine und mehrere westliche Länder haben seit Wochen ihre Besorgnis über angeblich verstärkte „aggressive Handlungen“ Russlands an den ukrainischen Grenzen geäußert. Moskau hat diese Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen und betont, dass diese hauptsächlich als Vorwand dienen würden, um mehr Nato-Streitkräfte an der russischen Grenze zu stationieren.
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