Wegen Anstiftung zum Rassenhass: Zemmour zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt

© AP Photo / Francois MoriEric Zemmour kommt zu einer Pressekonferenz am Sitz der Foreign Press Association in Paris am 17. Januar 2022.
Eric Zemmour kommt zu einer Pressekonferenz am Sitz der Foreign Press Association in Paris am 17. Januar 2022.  - SNA, 1920, 17.01.2022
Ein Pariser Gericht hat den rechtsextremen französischen Präsidentschaftskandidaten Eric Zemmour wegen Anstiftung zum Rassenhass zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. Darüber berichtet der französische Sender BFMTV am Montag.
Zur Verurteilung kam es demnach wegen seiner Äußerungen in einem Interview mit dem französischen TV-Sender „Cnews“ im November 2020. Bei der Debatte über isolierte Minderjährige sagte Zemmour Folgendes: „Sie haben hier nichts zu suchen, sie sind Diebe, sie sind Mörder, sie sind Vergewaltiger, das ist alles, was sie sind. Man muss sie zurückschicken, und sie dürfen nicht einmal kommen.“
Eric Zemmour gibt ein Interview beim französischen Fernsehsender TF1 in Boulogne-Billancourt am 30. November 2021 - SNA, 1920, 02.12.2021
Werbungsvideo von Eric Zemmour auf YouTube jetzt nicht mehr für Minderjährige zugänglich
Dem Gericht zufolge stellte die Aussage eine „Beihilfe zur Aufstachelung zum Rassenhass“ und eine „rassistische Beleidigung“ dar. Dementsprechend soll Zemmour mit einem Bußgeld von 10.000 Euro bestraft werden. Der Herausgeber von „CNews“, Jean-Christophe Thiery, wird eine Geldstrafe von 3000 Euro zahlen müssen.
Eric Zemmour bezeichnete seine Verurteilung in einer Pressemitteilung als „ideologisch und dumm“. Er wolle „diesem System ein Ende setzen, das jeden Tag die Schlinge um die Meinungsfreiheit und die demokratische Debatte immer enger zieht“, so Zemmour weiter. Sein Anwalt Olivier Pardo erklärte, dass sein Mandant gegen die Verurteilung Berufung einlegen werde.
Unruhen bei Kundgebung des französischen Präsidentschaftskandidaten Eric Zemmour - SNA, 1920, 07.12.2021
Frankreich: Schlägerei vor Kundgebung des ultrarechten Kandidaten Zemmour
Ende November hatte der politische Kommentator und ehemalige Journalist Eric Zemmour mitgeteilt, dass er zu den Präsidentschaftswahlen im April 2022 antreten werde. Zemmour, der in der französischen Presse nicht selten mit dem früheren US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump verglichen wird, ist für seine harte Haltung gegenüber der Einwanderung bekannt: Er befürwortet insbesondere die Rückführung von Migranten in ihre Herkunftsländer.
Am 5. Dezember kündigte er die Gründung seiner eigenen politischen Bewegung „Reconquête“ (französisch für „Wiedereroberung") an, die sich auf die historische Epoche der Reconquista bezieht, während der die Christen zwischen dem 8. und 15. Jahrhundert die von den Muslimen eroberten Gebiete auf der iberischen Halbinsel zurückeroberten.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала