Johnson-Regierung will Beiträge und Subventionen für BBC streichen – Opposition empört

© AP Photo / Kirsty O'ConnorBritischer Premierminister Boris Johnson
Britischer Premierminister Boris Johnson - SNA, 1920, 17.01.2022
Wird der britischen Rundfunkanstalt BBC die Finanzierung entzogen? Zumindest gab die Kulturministerin Nadine Dorries am Sonntag bekannt, dass die von den Bürgern erhobenen Gebühren bis 2027 abgeschafft werden. Die Opposition sieht darin allerdings nur einen Zug Boris Johnsons, um von der „Partygate“-Affäre abzulenken.
Mit Empörung hat die Opposition auf Pläne der britischen Regierung reagiert, die Beitragsgebühren für die BBC zu streichen und staatliche Subventionen einzufrieren. Premierminister Boris Johnson wolle mit dem Vorhaben nur von seinen Verfehlungen in der „Partygate“-Affäre um Lockdown-Partys im Regierungssitz ablenken, kritisierte die Labour-Partei. Labour-Expertin Lucy Powell warf der Regierung am Montag „Kulturvandalismus“ vor. „Dies ist Teil einer Ablenkungsstrategie, um allen außer sich selbst die Schuld zu geben“, sagte Powell dem Sender Talk Radio.

Ab 2027 keine BBC-Gebühr für britische Bürger?

Kulturministerin Nadine Dorries hatte am Sonntag angekündigt, die Gebühren 2027 abzuschaffen. Der Schritt soll der verstärkten Bedeutung von Streamingdiensten wie Netflix Rechnung tragen. Allerdings sind die Beitragszahlungen vielen Konservativen schon seit langem ein Dorn im Auge. Johnson hatte bereits 2019 angekündigt, das Gebührensystem zu überarbeiten.
„Johnson-Doppelgänger“ feiern Party in Downing Street  - SNA, 1920, 15.01.2022
„Johnson-Doppelgänger“ feiern Party in Downing Street – Fotos und Videos

Gebührenstreichung hätte weitreichende Folgen

Für die BBC würde eine Abschaffung der Beiträge, die derzeit mit 3,2 Milliarden Pfund (3,83 Mrd Euro) pro Jahr den Großteil der Finanzierung ausmachen, einen radikalen Umbau bedeuten. Tausende Jobs müssten gestrichen und mehrere Programme und Spartenkanäle dichtgemacht werden. Derzeit zahlt jeder Haushalt jährlich 159 Pfund.

BBC-Gebühr als Ablenkungsmanöver von „Partygate“?

Der Premier steht seit Wochen enorm unter Druck, weil Dutzende Beschäftigte in seinem Amtssitz während der Pandemie mehrere Lockdown-Partys gefeiert haben sollen. Der Regierungschef bestreitet persönliche Fehler. Die Opposition und auch mehrere konservative Abgeordnete fordern deshalb Johnsons Rücktritt. Der Schlag gegen die BBC gilt als ein Pfeiler seiner Strategie, sich zu befreien und seine Partei wieder hinter sich zu einen.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала