100.000 Tonnen jährlich: Chemiekonzern Covestro will „grünen“ Wasserstoff aus Australien kaufen

CC0 / akitada31 / Pixabay / Wasserstoff (Symbolbild)
Wasserstoff (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.01.2022
Die Chemie-Industrie hat einen hohen Bedarf an Wasserstoff, der bislang alles andere als „grün“ ist. Das will der Chemiekonzern Covestro nun ändern: durch Wasserstoff aus Australien, der überwiegend unter Sonnenkraft hergestellt wird.
In seinen Werken in Asien, Nordamerika und Europa will der Chemiekonzern Covestro künftig umweltfreundlich produzierten Wasserstoff aus Australien einsetzen. Geplant ist eine langfristige Liefervereinbarung mit dem australischen Hersteller Fortescue Future Industries (FFI), wie Covestro am Montag in Leverkusen mitteilte. Die Unternehmen hatten sich zuvor auf eine unverbindliche Absichtserklärung geeinigt, die in eine „umfassendere strategischen Partnerschaft“ münden soll. FFI gehört zum australischen Bergbaukonzern Fortescue Metals Group.

100.000 Tonnen grünen Wasserstoffs aus Australien pro Jahr

Die Lieferungen von FFI könnten sich auf bis zu 100.000 Tonnen grünem Wasserstoff und Wasserstoffverbindungen wie etwa Ammoniak pro Jahr belaufen. Erste Lieferungen soll es 2024 geben. Zum Vergleich: Die deutsche Chemieindustrie benötigt nach Angaben des Branchenverbandes VCI jährlich gut eine Million Tonnen Wasserstoff, hieß es 2020 in einem Positionspapier.

Chemische Prozesse sollen „grün“ werden

Der vor allem mit Sonnenstrom hergestellte Wasserstoff solle mit Spezialschiffen transportiert werden, sagte ein Covestro-Sprecher. Die Stoffe sollen zunächst vor allem als Grundstoffe eingesetzt werden. Später ist auch ein Einsatz als Energieträger geplant.

Fast eine Million Tonnen CO2-Einsparung jährlich

Covestro könne mit der Vereinbarung seine Treibhausgasemissionen um bis zu 900.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr reduzieren, betonte das Unternehmen. Covestro-Vorstandschef Markus Steilemann bezeichnete den Übergang zur Nutzung von grünem Wasserstoff und seinen Derivaten als einen „wesentlichen Schritt“ im Bemühen, nachhaltigere Produkte anzubieten. Diese könnten wiederum die CO2-Bilanz der Kundenbranchen verringern. Über das mögliche finanzielle Volumen der Lieferungen machten die Unternehmen keine Angaben. Offen blieb auch, wann der Vertrag unterzeichnet werden könnte.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала