Litauen verdrängt fünf Migranten nach Belarus – Flüchtling mit Unterkühlung auf Intensivstation

© SNA / Grigorij SysojewEin Grenzschützer in Belarus
Ein Grenzschützer in Belarus - SNA, 1920, 16.01.2022
Belarussische Grenzschützer haben nach eigenen Angaben fünf hilfsbedürftige Migranten an der Grenze zu Litauen aufgegriffen, die von litauischen Sicherheitskräften nach Belarus verdrängt worden sein sollen.
Der Vorfall ereignete sich Angaben zufolge am Samstag im Bezirk Iwje. Bei den Migranten soll es sich um syrische Staatsangehörige handeln. Zu dem Zeitpunkt, als die Migrantengruppe von den weißrussischen Grenzschutzbeamten entdeckt worden sei, habe sich einer der Migranten in einem bewusstlosen Zustand befunden, sein Puls sei kaum zu spüren gewesen, hieß es in einer Mitteilung der belarussischen Grenzschutzbeamten.
Nach Angaben der Migranten waren sie von litauischen Sicherheitskräften im Wald festgehalten worden. Die Syrer hätten seit mehr als einem Tag nichts mehr gegessen, seien erschöpft gewesen und hätten daher um Hilfe gebeten. Stattdessen sollen die Litauer die Migranten an die weißrussische Grenze gebracht und versucht haben, sie unter Gewaltandrohung nach Belarus zu verdrängen.
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Die weißrussischen Grenzschutzbeamten leisteten den Ausländern nach eigenen Angaben vor Ort erste Hilfe und alarmierten den Rettungsdienst. Der ohnmächtige Flüchtling, dessen Körpertemperatur bei 33 Grad gelegen habe, sei auf eine Intensivstation gebracht worden. Die Ärzte stellten bei ihm eine Unterkühlung fest.
Lettland, Litauen und Polen verzeichnen in letzter Zeit eine Zunahme von Festnahmen illegaler Migranten an der Grenze zu Belarus und werfen Minsk vor, eine Migrationskrise zu provozieren. Belarus weist die Vorwürfe zurück.
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Migrationskrise: Polen meldet weitere Grenzübertrittsversuche und beschuldigt Weißrussland
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte Ende Mai angekündigt, dass sein Land Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern werde – als Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen. Wegen westlicher Sanktionen habe das Land „weder Geld noch Kräfte“, um Migranten aufzuhalten, erklärte er.
Die weißrussische Grenzschutzbehörde warf Litauen, Polen und Lettland wiederholt vor, Migranten gewaltsam in das weißrussische Staatsgebiet abgeschoben zu haben.
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