Erdgasstreit im östlichen Mittelmeer: Türkische Fregatte vertreibt Forschungsschiff vor Zypern

© SNA / Vladimir Astapkovich / Zur BilddatenbankZypern, Küstenabschnitt im Raum von Limassol
Zypern, Küstenabschnitt im Raum von Limassol  - SNA, 1920, 16.01.2022
Im östlichen Mittelmeer eskaliert immer wieder der Streit zwischen der Republik Zypern und der Türkei um dort vermutete Erdgasvorkommen. Am Samstag ist es zu einem neuen Vorfall gekommen.
Eine türkische Fregatte soll den Kapitän des Forschungsschiffs „Nautical Geo“ per Funk angewiesen haben, seinen Standort südlich der Insel zu verlassen. Mittlerweile ist die „Nautical Geo“ nach Larnaka zurückgekehrt, wie zyprische Medien am Sonntag berichteten.
Das Schiff führt im Auftrag der zyprischen Regierung Forschungsarbeiten für den Bau einer Pipeline durch - in einer Meeresregion, die zu Zyperns ausschließlicher Wirtschaftszone (AWZ) gehört.
Die Türkei erkennt den EU-Staat Zypern und auch dessen AWZ nicht an. Aus ihrer Sicht handelt es sich bei dem Meeresboden um den türkischen Festlandsockel.
Die türkische Regierung lehnt zudem die Suche nach Erdgas oder andere Forschungen durch die zyprische Regierung ab, solange die türkischen Zyprer, die überwiegend in der international nur von Ankara anerkannten Türkischen Republik Nordzypern leben, nicht zustimmen und die Zypernfrage nicht gelöst ist.
Zypern ist seit 1974 geteilt. Im Norden gibt es die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Die gesamte Insel ist seit 2004 EU-Mitglied. Das EU-Recht gilt aber nur im Süden.
EU Flagge (Symbolbild) - SNA, 1920, 10.12.2020
EU will wegen Gas-Erkundungen im Mittelmer Sanktionen gegen Türkei verschärfen
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