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Nach massivem Cyberangriff: USA und Verbündete bieten Ukraine Unterstützung an

© AP Photo / Jacquelyn MartinDie Flaggen der USA und der EU auf dem Dulles International Airport in Chantilly im US-Bundesstaat Virginia (Archivbild)
Die Flaggen der USA und der EU auf dem Dulles International Airport in Chantilly im US-Bundesstaat Virginia (Archivbild) - SNA, 1920, 15.01.2022
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Am Freitag hat sich eine großangelegte Cyberattacke auf zentrale Internetseiten der ukrainischen Regierung ereignet. Zwar wird derzeit ermittelt, wer dahinterstecken könnte, aber Russland wird aufgrund der aktuellen Spannungen vom Westen vorrangig verdächtigt. Nun boten die USA Kiew Hilfe bei der Untersuchung des Vorfalls an.
Wie ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates (NSC) am Freitag (Ortszeit) im Weißen Haus sagte, sind die USA mit ihren Verbündeten und Partnern besorgt über den Cyberangriff. Dieser ist ihm zufolge „gezielt“ auf eine Reihe von ukrainischen Regierungs-Webseiten verübt worden.
„Wir stehen in Kontakt mit den Ukrainern und haben unsere Unterstützung angeboten, während die Ukraine die Auswirkungen untersucht und sich von dem Vorfall erholt“, so der NSC-Sprecher.
Auf die Frage von Reportern, ob der Cyberangriff von russischen Geheimdiensten durchgeführt wurde, erwiderte er, dass man den Angriff noch nicht zuordnen könne.

Westen sichert Ukraine Unterstützung zu – Nuland spricht von „russischer Spieltaktik“

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und die Bundesregierung haben zuvor die Cyberattacke scharf verurteilt. Borrell sagte beim EU-Außenministertreffen im französischen Brest, die EU werde alle Hebel in Bewegung setzen, um Kiew Unterstützung zu leisten.
Unter anderem sei eine Dringlichkeitssitzung des Politischen und Sicherheitskomitees der EU anberaumt worden. Dabei gehe es auch um technische Hilfestellung für die Ukraine.
Ob Russland hinter dem Angriff stecke, sei noch unklar. „Wir haben keine Beweise, aber es ist denkbar“, so Borrell.
Weißes Haus - SNA, 1920, 14.01.2022
„Vorwand für Invasion“: US-Regierung wirft Moskau Vorbereitung von Provokationen in Ostukraine vor
Am Donnerstag hatte der Politiker eine EU-Initiative zur Ausbildung von Führungskräften der ukrainischen Armee zur Abwehr von Cyberangriffen angekündigt. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes machte in Berlin auch die deutsche Bereitschaft zur Hilfe für die Ukraine deutlich. Es werde mittlerweile geprüft, wie eine solche Unterstützung aussehen könnte.
Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat den Vorfall auf das Schärfste verurteilt und erklärt, alliierte Cyberexperten würden der Ukraine in den kommenden Tagen eine Plattform für den Informationsaustausch im Bereich der Cyberabwehr zur Verfügung stellen.
US-Vizeaußenministerin Victoria Nuland hat in einem Interview mit der Zeitung „Financial Times” Russland für den Hackerangriff verantwortlich gemacht. Aus Washington werden ihr zufolge die Warnungen lauter, dass Moskau den Boden für einen Angriff auf seinen Nachbarn bereite.
Die US-Politikerin sei zwar noch nicht bereit, den Vorfall zuzuordnen, gehe allerdings davon aus, dass dieser ein Teil „mehrerer bekannter und beunruhigender Aktivitäten aus Moskau“ sei.
„Der Cyberangriff auf die Ukraine ist ein typischer Teil der russischen Spieltaktik“, so Nuland.

Attacke auf ukrainische Regierungswebseiten

Die ukrainischen Behörden hatten am Freitagmorgen einen massiven Cyberangriff auf Internetseiten der Regierung gemeldet. In der Nacht sollen auf den Webseiten des Außenministeriums und des Ministeriums für Agrarpolitik und Ernährung Drohungen gegen die Einwohner des Landes aufgetaucht sein.
Berichten zufolge sind auf der Homepage des Bildungsministeriums Mitteilungen auf Ukrainisch, Russisch und Polnisch aufgetaucht, dass alle persönlichen Informationen von Ukrainern in ein bestimmtes „gemeinsames Netzwerk“ hochgeladen und alle Daten auf Computern angeblich ohne Wiederherstellungsmöglichkeit zerstört worden seien.
Außenministerium Russlands (Archivfoto) - SNA, 1920, 15.01.2022
False-Flag-Provokation gegen Ukraine? Russland bezeichnet US-Vorwurf als haltlos

Sicherheitsverhandlungen nicht von Erfolg gekrönt

Der Vorfall ereignete sich inmitten zunehmender Spannungen zwischen Russland und der Ukraine. Der Westen und die Ukraine werfen Russland „Aggressionspläne“ vor, was Moskau entschieden zurückweist. Russland bedrohe niemanden und wolle niemanden angreifen.
Russlands Vize-Außenminister Sergej Rjabkow hatte am Donnerstag nach mehreren Gesprächsrunden mit den USA und der Nato bezüglich der von Russland geforderten Sicherheitsgarantien vor einer Sackgasse gewarnt.
Er begründete dies damit, dass die US-Regierung und deren Verbündete den Forderungen nach Sicherheitsgarantien Russlands nicht nachkommen wollten. Russland werde nun „andere Maßnahmen und Techniken“ im Verhältnis zum Westen anwenden.
Dem Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, zufolge hat es zwar im Zuge der vergangenen Gespräche positive Momente gegeben, allerdings haben die Doppelmoral der Nato sowie Meinungsverschiedenheiten mit den USA und dem Bündnis in grundlegenden Fragen deutlich überwogen.
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