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Meteorologe: Ahr-Hochwasser-Ausmaß war schon am Nachmittag klar

© SNA / Vitaly AnkovHochwasser. Symbolbild
Hochwasser. Symbolbild - SNA, 1920, 14.01.2022
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Nach Einschätzung des Diplom-Meteorologen Bernhard Mühr war es am 14. Juli 2021 spätestens um 16 Uhr zweifellos klar, dass es an der Ahr ein Hochwasser von einem Ausmaß geben würde, wie es seltener als alle 100 Jahre vorkommt.
Der Pegel des Hochwassers vom Juni 2016 (2,73 Meter) sei um 16 Uhr bereits erreicht gewesen und noch sehr viel Niederschlag erwartet worden, sagte der Sachverständige Bernhard Mühr am Freitag im Untersuchungsausschuss Flutkatastrophe des rheinland-pfälzischen Landtags. Bereits am Tag zuvor sei klar gewesen, dass es ein besonders starkes Hochwasser werden würde.

Zu viele Warnungen in Deutschland

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) habe aus seiner Sicht „frühzeitig und sachlich richtig gewarnt“, sagte der Fachmann aus Karlsruhe. Der DWD habe die höchstmögliche Warnstufe vier vor Dauerregen am 13. Juli ausgegeben. Er bezweifle allerdings, dass die Brisanz und der Handlungsdruck aus dem Text des DWD für alle zu erkennen waren. Und kritisierte: „Es gibt zu viele Warnungen in Deutschland.“
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Für Profis und in der Kommunikation zwischen den Kommunen und Behörden hätte der Handlungsdruck nach der Warnung aber klar werden müssen, und er habe Schwierigkeiten zu verstehen, warum zu spät reagiert wurde. Ab 16 Uhr hätte aus seiner Sicht gemacht werden müssen, was die Pläne für solche Situationen vorsähen. Er verstehe auch nicht, warum es nicht schon im Laufe des 13. Juli Aufforderungen gegeben habe, etwa an die Campingplätze sowie an die Anwohner, ihre Autos vom Ufer weg zu parken.
Bei der Flutkatastrophe vom 14. auf dem 15. Juli sind im nördlichen Rheinland-Pfalz insgesamt 135 Menschen gestorben, davon 134 im Ahrtal. Hunderte wurden verletzt und weite Teile des Tals verwüstet. Im Untersuchungsausschuss sollten am Freitag zehn Sachverständige gehört werden.
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