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Papst Franziskus kritisiert „Cancel Culture“

Papst Franziskus - SNA, 1920, 13.01.2022
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Das katholische Kirchenoberhaupt sagt, dass die sogenannte Cancel Culture „in viele Kreise und öffentliche Institutionen“ eindringe.
Papst Franziskus hat am Montag während seiner jährlichen Ansprache vor dem diplomatischen Korps des Vatikans vor der sogenannten Cancel Culture gewarnt.
In der Rede vor den Vertretern der 183 beim Heiligen Stuhl akkreditierten Länder erklärte der Papst auch, sich impfen zu lassen, sei eine „moralische Verpflichtung“. Besonders eindrucksvoll äußerte er sich aber zu dem Thema „Cancel Culture“.

Denkweise, die das „natürliche Fundament der Menschheit ablehnt“

Dabei würden Menschen geächtet, insbesondere online, nachdem sie Äußerungen tätigten, die als politisch unkorrekt gelten würden. Franziskus sagte:
„Die ‚Cancel Culture‘ dringt in viele Kreise und öffentliche Institutionen ein. Infolgedessen werden die Tagesordnungen zunehmend von einer Denkweise diktiert, die das natürliche Fundament der Menschheit und ihre kulturellen Wurzeln ablehnt, denn diese wird durch die Identität vieler Menschen ausgemacht.“
Er fügte hinzu: „Unter dem Deckmantel der Verteidigung der Vielfalt wird so am Ende jedes Identitätsgefühl aufgehoben“. Dies berge die Gefahr, dass Stimmen zum Schweigen gebracht werden, die „ein respektvolles und ausgewogenes Verständnis verschiedener Sensibilitäten verteidigen“.
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Diplomatie muss „inklusiv sein“

Der Pontifex kritisierte auch, dass die „Cancel Culture“ eine Form des „einseitigen Denkens“ sei, das die Vergangenheit durch eine moderne Sichtweise neu schreiben wolle. Er warnte ebenfalls, dass „jede historische Situation in Übereinstimmung mit einer Hermeneutik der jeweiligen Zeit interpretiert werden muss“. Der Begriff Hermeneutik stammt von dem griechischen Wort hermeneuein ab. Das Verb bedeutet „erklären, auslegen“.
Er schloss seinen Angriff auf die „Cancel Culture“ mit den Worten: „Diplomatie muss wirklich inklusiv sein und die Unterschiede und Sensibilitäten, die verschiedene Völker historisch geprägt haben, nicht aufheben, sondern schätzen.“
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