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So viele Asylanträge in Deutschland wie seit 2017 nicht mehr

© REUTERS / BARBARA DAVIDSONAfghanische Flüchtlinge (Archivbild)
Afghanische Flüchtlinge (Archivbild) - SNA, 1920, 12.01.2022
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Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat im vergangenen Jahr rund 190.800 Asylanträge entgegengenommen. Dies berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Verweis auf die ihr vorliegenden Zahlen. Das Bamf warnte davor, die Daten mit dem Pandemiejahr 2020 zu vergleichen, in dem die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt war.
Die Liste der Hauptherkunftsländer der Asylbewerber wurde im vergangenen Jahr demnach mit 70.000 Anträgen erneut von Syrien angeführt.
Die Zahl der Asylbewerber aus Afghanistan, das inzwischen wieder von den militant-islamistischen Taliban* regiert wird, habe mit mehr als 31.000 zugenommen. Die Zahl betreffe nicht die ehemaligen Ortskräfte der Bundeswehr und anderer deutscher Institutionen, ihre Familienangehörigen sowie Menschenrechtler und andere Menschen aus Afghanistan, die vorab eine Aufnahmezusage erhalten hätten und daher nicht Asyl beantragen müssten, hieß es.
Deutlich zugenommen hat laut der Statistik die Zahl der Schutzsuchenden aus Nordmazedonien: Das Bamf habe 2021 mehr als 4500 Asylanträge von Bürgern des Westbalkan-Staates registriert.
Insgesamt habe die Behörde einen hohen Anteil von Folgeanträgen von Menschen aus dem Westbalkan verzeichnet, die zuvor bereits ausgereist seien. Ein Rückgang sei bei Antragstellern aus dem Kosovo registriert worden.

Vergleich mit Vorjahr nicht aussagekräftig

Erstmalig seien im vergangenen Jahr rund 148.000 Asylanträge in Deutschland gestellt worden – dies sei der höchste Wert seit 2018. Etwa 17,5 Prozent der Erstanträge seien für Kinder im Alter von unter einem Jahr eingereicht worden, die in Deutschland geboren seien.
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2020 waren in Deutschland rund 122.000 Asylanträge gestellt worden. Das Bundesinnenministerium soll darauf hingewiesen haben, dass ein Vergleich mit den Asylzahlen des Jahres 2020 aufgrund der weltweiten Reisebeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wenig aussagekräftig sei. 2017 hatten über 222.600 Menschen Schutz beantragt.

Zahl unentschiedener Anträge hat sich verdoppelt

21,4 Prozent aller Asylanträge seien vom Bamf 2021 abgelehnt worden. 36,7 Prozent der Anträge seien anderweitig erledigt worden: Etwa durch eine Zuweisung in ein anderes EU-Land nach dem sogenannten Dublin-Verfahren oder weil der Antrag zurückgezogen worden sei, hieß es weiter.
Rund 108.000 Anträge seien Ende 2021 vom Bundesamt noch nicht entschiedenen worden: Der Wert sei etwa doppelt so hoch wie zum Ende des Vorjahres. Dies sei vor allem „auf die anhaltende Sekundärmigration innerhalb der EU“ zurückzuführen sowie auf die Tatsache, dass Entscheidungen zu Afghanistan im Spätsommer und Herbst zeitweilig wegen der veränderten Lage im Herkunftsland zurückgestellt worden seien, betonte das Innenministerium.
* Die Organisation ist wegen Terror-Aktivitäten mit UN-Sanktionen belegt
Asylantragszahlen in Deutschland seit 1953

Seit der Gründung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Jahr 1953 haben rund 6,1 Millionen Menschen (davon 5,1 Millionen seit 1990) in Deutschland Schutz vor Verfolgung gesucht und Asyl beantragt. Dies geht aus dem Bericht der Behörde für das Jahr 2020 hervor, der im Oktober 2021 veröffentlicht worden ist. Lediglich 15,5 Prozent der gestellten Asylanträge entfallen auf den Betrachtungszeitraum bis 1989. Der große Anteil aller Asylanträge (84,5 Prozent) wurde seit 1990 gestellt.

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