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Bundespräsidenten-Kandidat der Linken: „Leben mit Hartz IV für viele Politiker nicht nachvollziebar“

© AP Photo / THOMAS HAENTZSCHELDie Linke
Die Linke - SNA, 1920, 10.01.2022
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Die Linke schickt einen eigenen Kandidaten ins Rennen um das Amt des Bundespräsidenten. Auch wenn der Sozialmediziner voraussichtlich kaum eine Chance hat, gewählt zu werden. Denn die Wiederwahl von Frank-Walter Steinmeier (SPD) gilt als sicher. Kann der linke Kandidat mit sozialen Themen punkten?
Der parteilose Sozialmediziner Gerhard Trabert aus Mainz ist Kandidat der Linken zur Wahl des Bundespräsidenten. Das bestätigte ein Parteisprecher am Sonntagabend, wie der Berliner „Tagesspiegel“ berichtete. Der 65-jährige Trabert ist Arzt für Allgemein- und Notfallmedizin und Professor für Sozialmedizin sowie Sozialpsychiatrie.
„Der parteilose Arzt tritt gegen Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier an.“ Der Sozialdemokrat könne mit einer breiten Mehrheit für seine Wiederwahl rechnen, da ihn sowohl die „Ampel“-Koalition aus SPD, Grünen und FDP als auch CDU und CSU unterstützen.
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Nach der Direktkandidatur für die Bundestagswahl in Mainz sehe es Trabert nun als seine Pflicht an, das Thema der sozialen Ungleichheit auch „auf diesem ganz anderen Level“ in die öffentliche Diskussion zu bringen. Er verpasste im September den Einzug in den Bundestag.

„Meine Kandidatur steht unter dem Slogan: Mehr soziale Gerechtigkeit wagen“, sagte Trabert auch mit Blick auf die „Ampel“-Koalition. „Viele Politiker sind so weit entfernt von der Lebensrealität der Empfänger von Transferleistungen, dass sie nicht mehr nachvollziehen können, was es bedeutet, von Hartz IV leben zu müssen.“

Aufgabe eines Bundespräsidenten müsse es sein, betonte der Mainzer, das Thema der sozialen Ungleichheit in Deutschland stärker in den Fokus zu stellen. Gerade in der Pandemie werde viel zu wenig beachtet, dass Krankheit und Sterblichkeit sehr mit dem sozialen Status verbunden seien.
Der Mediziner engagiere sich seit langem für Obdachlose, arme und geflüchtete Menschen und „ist Gründer und Vorsitzender des Vereins Armut und Gesundheit in Deutschland. Er nahm wiederholt an zivilen Einsätzen zur Seenotrettung im Mittelmeer teil.“
Die linke Parteivorsitzende Susanne Hennig-Wellsow bezeichnete Trabert am Sonntagabend auf Twitter als „Menschen der Tat mit großem Herzen“. Dietmar Bartsch, Fraktionschef der Linken im Bundestag, schrieb: „Würdig und eine gute Wahl für das Amt des Bundespräsidenten.“ Eine offizielle Vorstellung des Kandidaten der Linken für das Amt des Bundespräsidenten sei für Dienstag geplant, meldete die Tageszeitung „Taz“.
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Der Bundespräsident wird von der Bundesversammlung gewählt, die aus 1472 Mitgliedern besteht und am 13. Februar 2022 zusammentritt. Nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur stellt die Linke dort 71 Mitglieder. Eine Wiederwahl Steinmeiers gilt als sicher.
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