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„Mit hoher Wahrscheinlichkeit Artefakte“: Experten zu angeblichem „Demikron“-Nachweis

CC0 / PublicDomainPictures / Pixabay / Labor (Symbolbild)
Labor (Symbolbild) - SNA, 1920, 10.01.2022
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Die in Zypern vermeintlich nachgewiesene Misch-Variante aus Delta und Omikron kann Experten zufolge auf die Verunreinigungen während der Laboranalyse zurückzuführen sein.
„Diese Genome sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Artefakte“, erläuterte Richard Neher von der Universität Basel (Schweiz), führender Experte für Virusvarianten, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Die Omikron-Mutationen, die hier in einem Zusammenhang mit Delta-Genomsequenzen beobachtet würden, beträfen alle einen DNA-Abschnitt, der bei Delta-Nachweisen oft sehr schwach ausfalle und daher sehr anfällig für Kontamination sei. Ähnlich äußerten sich weitere Experten bei Twitter, etwa die WHO-Expertin Maria van Kerkhove: Das Ergebnis gehe wahrscheinlich auf Verunreinigungen beim Sequenzieren zurück.
Zuvor kursierten Berichte mit Verweis auf ein Interview mit dem örtlichen Sender Sigma TV, denen zufolge Leontios Kostrikis von der Universität Zypern 25 Fälle identifiziert haben will, in denen eine Mischvariante aus Delta und Omikron – Deltakron oder Demikron genannt – Ursache der Infektionen war.
„Es ist zwar durchaus möglich, dass es Rekombinanten gibt, aber bislang wurden keine größeren Ausbrüche mit solchen Varianten beobachtet“, betonte Neher. „Diese Genome aus Zypern sind vermutlich keine Rekombinanten.“
Auch ein Mitglied des griechischen Krisenstabes für die Corona-Pandemie, Gikas Magiorkinis, erklärte, dass Kostrikis' Schlüsse falsch seien. „Erste Analysen zeigen, dass es sich um einen technischen Fehler des Labors handelt“, twitterte der Epidemiologe. Kostrikis selbst allerdings wollte eine Fehleinschätzung zunächst nicht einräumen, er beharrte am Montag auf seinen Ergebnissen.
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