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Trifft der alte Mythos zu? Linguisten untersuchen das „reinste“ Hochdeutsch der Hannoveraner

CC BY 2.0 / IK's World Trip / FlickrDie Kröpcke-Kreuzung im Zentrum von Hannover bei Schneefall (Symbolbild)
Die Kröpcke-Kreuzung im Zentrum von Hannover bei Schneefall (Symbolbild) - SNA, 1920, 09.01.2022
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Sprachforscher aus der Leibniz Universität setzen sich mit der Frage auseinander, inwiefern der weitverbreitete Glaube, dass in der niedersächsischen Hauptstadt das reinste Hochdeutsch gesprochen wird, der Realität entspricht. Die vorläufigen Ergebnisse legen nahe, dass auch Hannoveraner von der deutschen Standardsprache abweichen.
Viele Menschen aus Hannover sprächen beispielsweise das Wort „Käse“ wie „Keese“ aus, erklärte in einem Gespräch mit der Deutsche-Presse Agentur (DPA) Hana Ikenaga, Teil des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts „Die Stadtsprache Hannovers“. Ein weiteres Beispiel wäre die „Werbung“, die bei vielen zur „Werbunk“ werde, ohne dass sie sich dieser Abweichung vom Hochdeutschen bewusst seien, so Ikenaga.
„Es gibt auf der Welt kaum Menschen, die tatsächlich reines Hochdeutsch sprechen. Jeder ist irgendwie geprägt von seiner Region, seiner Stadt, manchmal seinem Dorf“, stellte der Leiter des Forschungsprojekts, François Conrad, gegenüber der DPA fest.
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Forsa-Umfrage: Hannover an erster Stelle

Dass der Hannover-Mythos nach wie vor lebendig ist, belegen die Ergebnisse einer bundesweiten Forsa-Umfrage, die das Forschungsteam 2020 in Auftrag gegeben hatte. Demnach gaben die meisten (24 Prozent) der mehr als 2000 Befragten an, dass das beste Hochdeutsch im Raum oder in der Stadt Hannover gesprochen würde. Dahinter folgten Niedersachsen mit 14 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit sechs Prozent der Stimmen.
Vermutlich sei es Zufall, dass Hochdeutsch vor allem mit Hannover verbunden werde, sagte Conrad. „Wir gehen davon aus, dass in Braunschweig und Göttingen ein sehr sehr ähnliches Hochdeutsch gesprochen wird“, fügte der Projektleiter hinzu. Es liegt aber nahe, dass die Bekanntheit von Hannover als Stadt mit dem „besten“ Hochdeutsch damit zusammenhänge, dass es Residenzstadt gewesen und auch die größte Stadt Niedersachsens sei, so Conrad.
Tastatur (Symbolbild) - SNA, 1920, 18.07.2021
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In der Studie geht es um Sprachexperimente mit insgesamt 108 teilnehmenden Hannoveranern. Diese sollen noch bis zum Frühjahr laufen. Das Forschungsteam rechnet im Laufe des Jahres mit Ergebnissen.
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