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Mit Knochenbruch und Erfrierung: Grenzer von Belarus finden Flüchtling an Grenze zu Polen

© REUTERS / KACPER PEMPELStacheldrahtzaun an der polnisch-weißrussischen Grenze (Archiv)
Stacheldrahtzaun an der polnisch-weißrussischen Grenze (Archiv) - SNA, 1920, 09.01.2022
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Laut einer Mitteilung des Staatlichen Grenzkomitees von Belarus von Sonntag haben die Beamten an der Grenze zu Polen einen Flüchtling mit einem gebrochenen Bein und einer Erfrierung gefunden. Dieser ist Angaben zufolge von den polnischen Sicherheitskräften aus eigenem Hoheitsgebiet über die Grenze gedrängt worden.
„Am Morgen des 7. Januar fand die Dienstschicht an der belarussisch-polnischen Grenze einen bewegungsunfähigen Mann. Der Ausländer war abgemagert und hatte Anzeichen einer Unterkühlung. Der Flüchtling sagte, dass die polnischen Sicherheitskräfte ihn auf dem Territorium Polens festgenommen und ihm seine persönlichen Gegenstände, Geld und eine SIM-Karte weggenommen hätten.Trotz der Bitte um Schutz haben die polnischen Soldaten den Mann an die Grenzlinie gebracht und ihn mit Gewehrkolbenschlägen gezwungen, unter dem Stacheldrahtzaun auf die belarussische Seite zu kriechen“, teilte die Behörde in ihrem Telegram-Kanal mit.
Der Mann sei dabei verbal beleidigt worden, auch beleidigende Witze seien gemacht worden: Man habe ihm unter anderem gesagt, dass sich Deutschland hinter dem Stacheldraht befinde.
„Nach einer solchen Behandlung konnte sich der Mann nicht mehr alleine bewegen und blieb, praktisch dem Tod an Kälte und Hunger ausgesetzt, unter dem polnischen Zaun liegen“, hieß es weiter. Zugleich hätten sich auf der angrenzenden Seite die polnischen Sicherheitskräfte am Feuer gewärmt, ohne die Hilferufe zu beachten.
Nachdem die belarussischen Grenzbeamten den Ausländer gefunden hätten, hätten sie umgehend einen Krankenwagen zum Tatort gerufen. Bei dem Mann seien nach vorläufigen Schätzungen der Ärzte ein Beinbruch und eine Erfrierung diagnostiziert worden.
„Polnische Soldaten beweisen immer wieder, dass ihnen die Prinzipien des Humanismus und der einfachen Menschlichkeit fremd sind. Doch damit nicht genug: Sie berichten fröhlich und stolz, dass sie die Migrationskrise erfolgreich meistern, indem sie Menschen schlagen und gewaltsam vertreiben“, so der belarussische Grenzschutz.
In den letzten Monaten haben sich mehrere tausend Migranten an der belarussisch-polnischen Grenze gesammelt – in der Hoffnung, in die EU zu gelangen. Die polnischen Behörden haben den Grenzschutz verstärkt und Truppen zusammengezogen. Sie verhindern jeden Versuch der illegalen Migranten, in polnisches Staatsgebiet zu gelangen, und machen Minsk für die Migrationskrise verantwortlich.
Belarus weist die Vorwürfe zurück und erklärt, Polen dränge Migranten gewaltsam über die Grenze zurück und heize die Situation mit den Flüchtlingen künstlich an.
In Belarus wurde ein Transport- und Logistikzentrum unweit des Grenzkontrollpunkts für die Unterbringung von Flüchtlingen eingerichtet. Einige Migranten kehren sowohl mit Evakuierungsflügen als auch einzeln aus Belarus in die Herkunftsländer zurück. Nach offiziellen Angaben blieben Ende letzten Jahres noch etwa 600 Flüchtlinge im Lager.
Polnische Grenzsoldaten  - SNA, 1920, 04.01.2022
Migrationskrise an Grenze zu Belarus: Polen legt Bau von 186 km langer Schutzanlage vertraglich fest
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