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Förderung der Staatssprache: Druckmedien in Ukraine sollen nicht mehr auf Russisch erscheinen

© AFP 2021 / Sergei SupinskyUkrainische Flagge
Ukrainische Flagge  - SNA, 1920, 07.01.2022
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Zu der sogenannten Politik der „totalen Ukrainisierung“ gehört die Förderung des Ukrainischen als Staatssprache. Ab nächstem Sonntag gilt daher: Die nationalen Printmedien sollen nur noch auf Ukrainisch veröffentlicht werden. Zwar ist Russisch nicht ganz untersagt, die Bedingungen für seine Nutzung sind jedoch schwer umsetzbar.
Das entsprechende Verbot ist im Gesetz über die „Gewährleistung des Funktionierens der ukrainischen Sprache als Staatssprache“ vorgesehen und tritt konkret ab 16. Januar in Kraft. Betroffen sind vor allem Zeitungen, Zeitschriften und Kreuzworträtsel.
Es ist auch nicht gestattet, Informationen in anderen Sprachen in gedruckte Veröffentlichungen aufzunehmen, einschließlich Anzeigen und Werbeinformationen. Zu den Ausnahmen gehören Englisch, Amtssprachen der Europäischen Union (EU), Krimtatarisch, Sprachen anderer indigener Völker der Ukraine, was im Abschnitt 5 von Artikel 25 des Gesetzes geregelt ist.
Eine Lockerung gilt vorerst nur für regionale Printmedien. Diese dürfen bis 2024 Veröffentlichungen in einer beliebigen Sprache herausgeben.
Theoretisch können die Medien auch in russischer Sprache veröffentlicht werden, dafür sollte jedoch die gleiche Anzahl von Exemplaren in ukrainischer Sprache in den Regalen verfügbar sein.
Ab 16. Juli 2022 ist zudem ein Bußgeld für die Kommunikation mit Kunden auf Russisch im Dienstleistungsbereich fällig. Das Geld muss dabei aber nicht der russischsprachige Mitarbeiter, sondern der Inhaber der Einrichtung zahlen. Dieser wiederum behält sich das Recht vor, die Geldbuße vom Gehalt des Arbeitnehmers abzuziehen.
Kater (Symbolbild) - SNA, 1920, 14.09.2021
Ukrainerin verweigert Rettung aus Fenster geworfenen Katers: Gerufener Polizist sprach Russisch

Kostspielige Alternative

So muss die russischsprachige ukrainische Tageszeitung „Komsomolskaja Prawda in der Ukraine“, die im Rahmen des Gesetzes über die Dekommunisierung 2016 in „KP in der Ukraine“ umbenannt worden ist, nun ihre Materialien ins Ukrainische übersetzen. Laut der Chefredakteurin des Blattes, Oksana Bogdanowa, kann es sich künftig als übermäßig kostenaufwendig erweisen, je zwei Ausgaben – auf Ukrainisch und auf Russisch – zugleich zu drucken.

„Wir haben eine konstante Leserschaft, die es gewohnt ist, das Blatt in seiner ursprünglichen Form zu lesen. (…) Wird die ukrainische Version neue Leser mit sich bringen? Ich hoffe, dass diejenigen, die die Entscheidung über die Übersetzung der Druckmedien ins Ukrainische getroffen haben, zumindest 10-15 Zeitungen für ein Jahr abonnieren werden“, so Bogdanowa.

Im Jahr 2019 hatte das ukrainische Parlament, die Werchowna Rada, in zweiter Lesung und im Allgemeinen das Gesetz über die „totale Ukrainisierung“ verabschiedet, wonach die ukrainische Sprache als Hauptsprache im Funktionieren der staatlichen Institutionen und der Gesellschaft anerkannt wurde. Das Gesetz war damals von 278 Abgeordneten unterstützt worden.
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