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Unruhen in Kasachstan: Innenministerium meldet acht Tote und 317 Verletzte unter Sicherheitskräften

© SNA / Sputnik / Zur BilddatenbankUnruhen in Kasachstan. Ein umgeworfenes Polizeiauto auf einer Straße in Almaty
Unruhen in Kasachstan. Ein umgeworfenes Polizeiauto auf einer Straße in Almaty - SNA, 1920, 06.01.2022
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Bei Unruhen in der ehemaligen Sowjetrepublik Kasachstan in Zentralasien sind acht Polizisten und Militärangehörige der Nationalgarde getötet sowie weitere 317 verletzt worden, wie der Pressedienst des Innenministeriums der Republik am Donnerstag mitteilte.
„Durch die Hand einer wütenden Menschenmenge sind Hunderte Menschen, darunter auch Sicherheitskräfte und Ärzte, die für die Rechtsordnung und Gesundheit der Bevölkerung sorgen, sowie einfache Bürger, darunter auch ältere Menschen, zu Schaden gekommen. 317 Polizisten und Soldaten der Nationalgarde wurden verletzt, acht kamen ums Leben“, heißt es.
Am Mittwoch setzten sich demnach in einigen Gebieten des Landes „Unruhen, Vandalismus und Plünderungen, die von Provokateuren organisiert und rowdyhaften Elementen unterstützt wurden, fort“.
„Eine Reihe von Staatsverwaltungs-, Lebensversorgungs-, Gesundheits-, Handels- und Gastronomieeinrichtungen, Banken, spezielle Fahrzeuge der Polizei, des Gesundheitswesens, der Feuerwehr sowie Eigentum einfacher Bürger wurden unter Einsatz von Steinen, Armaturen, Schlaghölzern und Brandflaschen angegriffen. Der Infrastruktur wurde ein erheblicher Sachschaden zugefügt“, heißt es weiter.
Auch gebe es Fälle, wo die Hospitalisierung von Patienten in medizinische Einrichtungen verhindert wurde.

Massenproteste in Kasachstan

Aufgrund der heftigen Massenproteste nach einer schlagartigen Erhöhung der Preise für Flüssiggas auf das Doppelte innerhalb kurzer Zeit, die die Regierung mit einer gestiegenen Nachfrage begründete, ist in Kasachstan am Mittwochabend ein landesweiter Ausnahmezustand verhängt worden.
Die ehemalige Sowjetrepublik erlebt derzeit die größte Protestwelle seit Jahren. In der Nacht auf Mittwoch hatte es in der Wirtschaftsmetropole Almaty heftige Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gegeben, bei denen die Polizei Blendgranaten und Tränengas eingesetzt hat. Am Mittwoch trat die Regierung zurück.
Lage in Kasachstan im Hintergrund der heftigen Proteste - SNA, 1920, 05.01.2022
Ausnahmezustand in ganz Kasachstan ausgerufen
Die Demonstranten stürmten am Mittwochnachmittag die Stadtverwaltung und die Residenz von Präsident Kassym-Jomart Tokajew. Sie zerstörten Fenster mehrerer Gebäude und zündeten Autos an. Auch in anderen Städten Kasachstans kam es zu heftigen Protesten und Zusammenstößen.
Das Internet im ganzen Land wurde abgeschaltet, mehrere Fernsehsender stellten den Betrieb ein. Die Behörden sprachen am Nachmittag allein in Almaty von 500 Verletzten.
Im Zusammenhang mit den beispiellosen Protesten hat der Präsident des Landes, Kassym-Schomart Tokajew, zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen an seine Landsleute appelliert. Der Staatschef schilderte, dass bei den Demonstrationen am Mittwoch Sicherheitskräfte getötet und verletzt worden seien.

OVKS beschließt Entsendung von Friedenstruppen nach Kasachstan

Am Mittwochabend hatte die von Russland geführte Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) beschlossen, eine kollektive Friedenstruppe nach Kasachstan zu entsenden.
Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan (Archiv) - SNA, 1920, 05.01.2022
OVKS beschließt Entsendung von Friedenstruppen nach Kasachstan – Armeniens Premier Paschinjan
Die Truppen würden für einen begrenzten Zeitraum mit dem Ziel eingesetzt, die Lage in Kasachstan zu stabilisieren und zu normalisieren. Der kasachische Präsident, Kassym-Schomart Tokajew, hatte zuvor die Oberhäupter der OVKS-Mitgliedsstaaten um Hilfe bei der „Bewältigung der terroristischen Bedrohung“ im Land gebeten.
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