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Straßenschlachten in Almaty: Zahl der Toten steigt auf 13 – zwei Sicherheitskräfte enthauptet

© REUTERS / MARIYA GORDEYEVAProteste in Kasachstan: Militärs im Stadtzentrum von Almaty
Proteste in Kasachstan: Militärs im Stadtzentrum von Almaty - SNA, 1920, 06.01.2022
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Die Zahl der Sicherheitskräfte, die bei Zusammenstößen mit den Protestierenden in der kasachischen Millionenstadt Almaty umgekommen sind, ist nach Angaben der Militärkommandantur auf 13 gestiegen. Zwei Opfer wurden demnach enthauptet.
„Dreizehn Ordnungshüter sind ums Leben gekommen, dabei wurden zwei Leichen mit abgetrennten Köpfen entdeckt“, teilte ein Sprecher der Militärkommandantur von Almaty mit.
Zuvor hatte der kasachische Sender Chabar 24 von 12 getöteten und mehr als 350 verletzten Sicherheitskräften berichtet (Stand 13 Uhr Ortszeit, 8 Uhr MEZ).
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums des Landes wurden bei den Protesten landesweit mehr als 1000 Menschen verletzt. 400 Menschen seien in Krankenhäuser gebracht worden, 62 davon würden auf Intensivstationen behandelt, teilte eine Sprecherin der Behörde am Donnerstag gegenüber dem TV-Sender Chabar 24 mit.
Unruhen in Kasachstan. Ein umgeworfenes Polizeiauto auf einer Straße in Almaty - SNA, 1920, 06.01.2022
Unruhen in Kasachstan: Innenministerium meldet acht Tote und 317 Verletzte unter Sicherheitskräften

Proteste in Kasachstan

Anfang Januar war es in den Städten Schangaösen und Aktau in der ölfördernden Region Mangghystau im Westen des Landes zu Massenprotesten gekommen. Der Grund war der Anstieg der Flüssiggaspreise auf das Zweifache innerhalb kurzer Zeit. Am Dienstag traf sich die Regierungskommission, die mit der Untersuchung des Anstiegs der Gaspreise beauftragt worden war, mit Aktivisten in Aktau und sicherte zu, den Gaspreis im Gebiet Mangghistau zu senken.
Proteste in Kasachstan: Militärs auf dem Platz der Republik in der Stadt Almaty - SNA, 1920, 06.01.2022
Sturm auf Polizeigebäude in Almaty – Dutzende Protestierende getötet
Jedoch haben sich die Proteste auf andere Städte ausgeweitet. Am 4. und 5. Januar kam es in Almaty, der ehemaligen Hauptstadt des Landes, zu Zusammenstößen der Protestierenden mit Sicherheitskräften, bei denen die Polizei Tränengas und Blendgranaten einsetzte. Das Internet wurde landesweit abgeschaltet und die Behörden setzten die Ausstrahlung mehrerer Fernsehsender vorübergehend aus.
Am 5. Januar entließ Präsident Kassym-Schomart Tokajew die Regierung, die er für die Situation im Lande verantwortlich machte, und ernannte sich zum Vorsitzenden des Sicherheitsrates. Das Amt hatte bislang der ehemalige Präsident Nursultan Nasarbajew innegehabt, den Tokajew entließ.
Zudem verhängte Tokajew einen zweiwöchigen Notstand in einigen Regionen des Landes, die später auf das gesamte Staatsgebiet ausgeweitet wurde. Der Notstand soll bis zum 19. Januar gelten.
In einer Ansprache am MIttwochabend betonte Tokajew, dass die Behörden möglichst hart gegen die Straftäter vorgehen würden und versprach, in naher Zukunft „ein neues Paket von Vorschlägen“ vorzulegen.
Russisches Militärtransportflugzeug Il-76 (Archivbild) - SNA, 1920, 06.01.2022
OVKS startet Friedensmission – Russland verlegt Truppen nach Kasachstan
Bei einer Sitzung des Sicherheitsrates am Mittwoch bezeichnete Tokajew die Situation im Lande als „Untergrabung der Integrität des Staates“ und kündigte an, die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (kurz: OVKS; zu der Organisation gehören Armenien, Weißrussland, Kasachstan, Kirgisistan, Russland und Tadschikistan gehören – Anm. d. Red.) um Hilfe bei der „Bewältigung der terroristischen Bedrohung“ gebeten zu haben. Die beschloss in der Nacht zum Donnerstag, eine kollektive Friedenstruppe nach Kasachstan zu entsenden.
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