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Proteste in Kasachstan außer Kontrolle – Krawall, Plünderungen, Polizeibehörde steht in Flammen

© REUTERS / PAVEL MIKHEYEVProteste in Kasachstan: Ein niedergebranntes Auto vor dem Bürogebäude des Bürgermeisters von Almaty
Proteste in Kasachstan: Ein niedergebranntes Auto vor dem Bürogebäude des Bürgermeisters von Almaty - SNA, 1920, 06.01.2022
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Bei den jüngsten Protestaktionen in Kasachstan ist es zu Krawallen und Plünderungen gekommen, die beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden angerichtet haben. Nun versuchen Unternehmer, die Verluste zu bewerten, die offenbar in Millionenhöhe liegen sollen.
Nach Angaben der Nationalen Unternehmerkammer der Republik Kasachstan sind rund 300 Objekte in insgesamt 43 Gebäuden, darunter auch zwölf Einkaufszentren, bei den jüngsten Ausschreitungen zu Schaden gekommen (Stand 17.00 Uhr Ortszeit am Donnerstag).
Betroffen seien vor allem Unternehmen in den Bereichen Handel, Gaststättengewerbe, Verkehr, Dienstleistungen sowie der Finanzsektor (insbesondere Geldautomaten).
Infolge der Plünderungen und Krawalle sollen die Handelsketten in Kasachstan nach dem vorläufigen Erkenntnisstand Verluste im Wert von mindestens fast 26 Milliarden Tenge (umgerechnet etwa 52,8 Millionen Euro) erlitten haben. Dies berichtet das lokale Portal Informburo.kz unter Verweis auf Angaben des Handelskettenverbandes.

Sechs Waffengeschäfte und fünf TV-Sender in Almaty geplündert

Nach Informationen des Waffenhändlerverbandes „Koramsak“ wurden in Almaty sechs Waffengeschäfte geplündert.
Bei den Krawallen in Almaty griffen nach Angaben des TV-Senders „Chabar 24“ Plünderer Büros von fünf Fernsehsendern an und beschädigten diese.
Proteste in Kasachstan: Militärs im Stadtzentrum von Almaty - SNA, 1920, 06.01.2022
Straßenschlachten in Almaty: Zahl der Toten steigt auf 13 – zwei Sicherheitskräfte enthauptet
In der Stadt Taras im Süden des Landes seien bei Ausschreitungen drei Gebäude der Polizeibehörden in Flammen aufgegangen, berichtete Sputnik Kasachstan am Donnerstag. Außerdem sollen die Randalierer etwa 50 Polizeifahrzeuge zerstört oder beschädigt haben. Derzeit sei die Lage in der Stadt jedoch ruhig, hieß es.

Zufahrt zu Krankenhäusern in Almaty blockiert

Am Donnerstag haben Protestierende in Almaty eine Straße gesperrt und so den Weg zu zwei Krankenhäusern blockiert, meldete Sputnik Kasachstan unter Berufung auf den stellvertretenden Chef der Stadtverwaltung, Jerschan Babakumarow.
„Nun haben terroristische Gruppen die Zufahrten zu den Krankenhäusern Nummer 1 und 7 blockiert“, sagte Babakumarow. Zwar könnten die Krankenwagen keine Patienten in die medizinischen Einrichtungen einliefern, die Spitäler selbst seien jedoch weiterhin wie gewohnt in Betrieb.

Proteste in Kasachstan

Anfang Januar war es in den Städten Schangaösen und Aktau in der ölfördernden Region Mangghystau im Westen des Landes zu Massenprotesten gekommen. Der Grund war der Anstieg der Flüssiggaspreise auf das Zweifache innerhalb kurzer Zeit. Am Dienstag traf sich die Regierungskommission, die mit der Untersuchung des Anstiegs der Gaspreise beauftragt worden war, mit Aktivisten in Aktau und sicherte zu, den Gaspreis im Gebiet Mangghistau zu senken.
Jedoch haben sich die Proteste auf andere Städte ausgeweitet. Am 4. und 5. Januar kam es in Almaty, der ehemaligen Hauptstadt des Landes, zu Zusammenstößen der Protestierenden mit Sicherheitskräften, bei denen die Polizei Tränengas und Blendgranaten einsetzte. Das Internet wurde landesweit abgeschaltet und die Behörden setzten die Ausstrahlung mehrerer Fernsehsender vorübergehend aus.
Am 5. Januar entließ Präsident Kassym-Schomart Tokajew die Regierung, die er für die Situation im Lande verantwortlich machte, und ernannte sich zum Vorsitzenden des Sicherheitsrates. Das Amt hatte bislang der ehemalige Präsident Nursultan Nasarbajew innegehabt, den Tokajew entließ.
Zudem verhängte Tokajew einen zweiwöchigen Notstand in einigen Regionen des Landes, die später auf das gesamte Staatsgebiet ausgeweitet wurde. Der Notstand soll bis zum 19. Januar gelten.
Proteste in Kasachstan: Militärs auf dem Platz der Republik in der Stadt Almaty - SNA, 1920, 06.01.2022
Sturm auf Polizeigebäude in Almaty – Dutzende Protestierende getötet
In einer Ansprache am MIttwochabend betonte Tokajew, dass die Behörden möglichst hart gegen die Straftäter vorgehen würden und versprach, in naher Zukunft „ein neues Paket von Vorschlägen“ vorzulegen.
Bei einer Sitzung des Sicherheitsrates am Mittwoch bezeichnete Tokajew die Situation im Lande als „Untergrabung der Integrität des Staates“ und kündigte an, die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (kurz: OVKS; zu der Organisation gehören Armenien, Weißrussland, Kasachstan, Kirgisistan, Russland und Tadschikistan gehören – Anm. d. Red.) um Hilfe bei der „Bewältigung der terroristischen Bedrohung“ gebeten zu haben. Die beschloss in der Nacht zum Donnerstag, eine kollektive Friedenstruppe nach Kasachstan zu entsenden.
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