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Ein Fünftel aller Vollzeitbeschäftigten in Deutschland sind Geringverdiener – Studie

© SNA / Alexej SuchorukowGeld (Archiv)
Geld (Archiv) - SNA, 1920, 06.01.2022
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Die Zahl der Geringverdiener in Deutschland ist deutlich gesunken, vor allem im Osten. Allerdings gibt es je nach Region, Job und Geschlecht noch immer große Unterschiede, wie aktuelle Zahlen zeigen. Eine entsprechende Studie führte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung durch.
Fast ein Fünftel aller Vollzeitbeschäftigten in Deutschland sind laut der Untersuchung Geringverdiener. Sie müssen mit einem Bruttoarbeitsentgelt von unter 2284 Euro im Monat über die Runden kommen.
Überdurchschnittlich häufig müssen demnach Frauen, junge Vollzeitbeschäftigte, solche mit ausländischer Staatsangehörigkeit und Personen ohne Berufsabschluss mit geringen Löhnen auskommen. Nach wie vor ist außerdem der Anteil der Geringverdiener in Ostdeutschland deutlich höher als im Westen.
Die Studie stützt sich auf Entgelt-Daten der Bundesagentur für Arbeit. Bundesweit zählten demnach 2020 rund 18,7 Prozent der Vollzeitbeschäftigten zu den Geringverdienenden, die weniger als zwei Drittel des mittleren monatlichen Bruttoarbeitsentgelts aller sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten erhalten.
Im Vergleich zum Jahr 2011 ist dies allerdings eine spürbare Verbesserung. Damals fielen noch 21,1 Prozent der Vollzeitbeschäftigten in die Kategorie der Geringverdiener. Laut Helge Emmler, einer der Verfasser der Studie, ist es in den letzten Jahren gelungen, den unteren Entgeltbereich zurückzudrängen. Dies gelte insbesondere für Ostdeutschland.
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Einkommensunterschiede je nach Wohnort, Geschlecht und Tätigkeit

Die Studie zeigt große Einkommensunterschiede nach Regionen, Geschlecht, Branchen und Qualifikation. Während 2020 in Wolfsburg gerade einmal 6,4 Prozent und in Erlangen nur 8,3 Prozent der Vollzeitbeschäftigten im unteren Entgeltbereich arbeiteten, waren es in Görlitz, dem Saale-Orla-Kreis und dem Erzgebirgskreis mehr als 40 Prozent. Niedrige Quoten von Geringverdienern seien meist in Städten und Ballungsräumen zu finden, in denen große Arbeitgeber aus der Industrie, dem Finanz- und Wissensbereich oder der Verwaltung eine wichtige Rolle spielen.
Bundesweit mussten 25,4 Prozent der Frauen trotz Vollzeitarbeit mit einem niedrigen Monatseinkommen auskommen, aber nur 15,4 Prozent der Männer. Auch die Ausbildung spielt eine große Rolle: Der Anteil der Geringverdienenden lag bei Vollzeitbeschäftigten ohne Berufsabschluss bei 40,8 Prozent, bei Beschäftigten mit beruflichem Abschluss bei 17,8 und bei Personen mit Hochschulzertifikat bei lediglich 4,9 Prozent.
Zwischen den Branchen gab es ebenfalls gewaltige Unterschiede. Im Gastgewerbe (68,9 Prozent), in der Leiharbeit (67,9) und der Land- und Forstwirtschaft (52,7) arbeiteten mehr als die Hälfte der Vollzeitkräfte im unteren Entgeltbereich. In der Metall- und Elektroindustrie waren es dagegen nur 7,6 Prozent, in der Finanz- und Versicherungsbranche 4,2 Prozent und im öffentlichen Dienst sogar nur 2,5 Prozent der Vollzeitbeschäftigten.
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