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Nach tödlichem Verkehrsunfall: Belarus weist polnische Diplomatin wegen Beihilfe zur Flucht aus

© AFP 2021 / Kirill KudryavtsevBelarussische Flagge
Belarussische Flagge  - SNA, 1920, 06.01.2022
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Belarus hat eine polnische Konsulin nach einem schweren Autounfall des Landes verwiesen. Sie soll ihrem Landsmann, der Ende Dezember einen tödlichen Unfall verursacht hatte, zur Flucht nach Polen verholfen haben. Darüber berichteten das belarussische und polnische Außenministerium.
Zuvor hatte das belarussische Außenministerium über die Ausweisung informiert. Man sehe keine Möglichkeit für die Fortsetzung der Arbeit auf dem Territorium von Belarus, hieß es. Wegen eines „empörenden Ereignisses“ sei zudem der Geschäftsträger der polnischen Botschaft einbestellt worden.
Wie die belarussische Staatsagentur Belta berichtet, sind in den Berichten mehrerer belarussischer Fernsehsender nach dem Unfall Informationen aufgetaucht, wonach die Leiterin der Abteilung des Generalkonsulats Polens in Brest, Olga Kaspertschuk, zur Entscheidung des polnischen Lkw-Fahrers, Belarus zu verlassen, beigetragen hat. Die Fernsehsender stellten Belta zufolge daraufhin eine entlarvende Aufzeichnung des Gesprächs der Konsulin mit dem Leiter der Visaabteilung der diplomatischen Vertretung zur Verfügung.
Wie der Pressesprecher des belarussischen Außenministeriums, Anatolij Glas, in diesem Zusammenhang erklärte, haben die Mitarbeiter des polnischen Konsulats ihren Bürger im Grunde selbst zum Verstoß gegen die belarussische Gesetzgebung verleitet und zur darauffolgenden internationalen Fahndung nach ihm im Zusammenhang mit dem Unfall, bei dem mehrere Menschen ums Leben gekommen seien, beigetragen.
Er wies unter anderem darauf hin, dass solche Handlungen des polnischen Generalkonsulats unmittelbar gegen die Bestimmungen der Wiener Konvention über diplomatische und konsularische Beziehungen und gegen die belarussische Gesetzgebung verstießen – „ebenso wie sie gegen die Gesetze jedes anderen Landes verstoßen würden“.
Das belarussische Außenministerium brachte auf der offiziellen Seite die Hoffnung zum Ausdruck, dass es sich bei dem Vorfall lediglich um einen Einzelfall handele, der nichts über die ganze Arbeit des polnischen Außenministeriums aussage.
„Gleichzeitig sehen wir keine Möglichkeit für die Fortsetzung der Arbeit dieses Konsularbeamten auf dem belarussischen Territorium. Wir werden unsere ausländischen Partner über den Vorfall in Kenntnis setzen. Wir hoffen, dass unsere polnischen Kollegen entsprechende Schlüsse ziehen werden“, so das Außenministerium.
Die polnische Behörde machte ihrerseits keine konkreten Angaben zur Ausweisung. Laut ihrer offiziellen Seite werden derzeit Schritte unternommen, um die bereitgestellten Informationen zu überprüfen und die Situation zu klären.
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Verkehrsunfall und Fluchtversuch

Genaue Informationen zu dem Verkehrsunfall stellte am Mittwoch die Staatsagentur Belta mit Verweis auf Anatolij Glas bereit.
Ein 1999 geborener polnischer Staatsbürger steht demnach unter Verdacht, einen Verkehrsunfall verursacht zu haben, bei dem zwei belarussische Bürgerinnen ums Leben kamen. Eine Frau ist den Angaben der Agentur zufolge nach dem Vorfall ins Krankenhaus eingeliefert worden. Ein weiterer Autofahrer soll sich keine Verletzungen zugezogen haben.
Dem jungen Mann, der nach den letzten Informationen mit seinem Vater unterwegs gewesen war, sei nach dem Vorfall die Ausreise aus Belarus untersagt worden. Trotzdem habe er versucht, das Land zu verlassen und nach Polen zu gelangen, um sich der Strafverfolgung zu entziehen. Wie aus dem Bericht eines belarussischen Fernsehsenders hervorgeht, wurden der polnische Fahrer und sein Vater in einem Diplomatenwagen nach Brest gebracht, wo sie Fahrkarten für den Linienbus St. Petersburg – Warschau gekauft haben.
Wie ein offizieller Vertreter des Staatsgrenzkomitees der Belta-Agentur mitgeteilt hat, habe der Verdächtigte zugegeben, sich bei den Mitarbeitern des polnischen Konsulats Hilfe geholt zu haben. „Sie kauften ihm eine Fahrkarte zu seinem Wohnort in Polen, brachten ihn zum Busbahnhof und begleiteten ihn zum Bus“, schilderte Anton Bytschkowski.
Nun sei der junge Mann den Mitarbeitern des Ermittlungsausschusses zur weiteren Untersuchung übergeben worden. Sein Vater hat sich Bytschkowski zufolge geweigert, die Grenze zu überqueren und wurde daraufhin nach Belarus zurückgebracht.
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