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Taiwan will Litauen im Handelskonflikt mit China finanziell unterstützen

© REUTERS / Dado RuvicTaiwan und China
Taiwan und China - SNA, 1920, 05.01.2022
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Der Leiter des taiwanesischen Vertretungsbüros in Litauen, Eric Huang, hat dem baltischen EU-Land mit Blick auf den Handelskonflikt mit China und den damit einhergegangenen Wirtschaftssanktionen Taiwans Unterstützung zugesichert. Ihm zufolge sollen die ersten Investitionen noch in diesem Jahr erfolgen.
„Taiwan wird einen 200 Millionen Dollar (umgerechnet ca. 177 Millionen Euro – Anm. d. Red.) schweren Investmentfonds einrichten, um in litauische Industrien zu investieren, die für die Entwicklung Litauens und Taiwans strategisch wichtig sind“, kündigte Huang am Mittwoch in Vilnius an.
Wie er einem Bericht des litauischen Rundfunks zufolge erklärte, hofft sein Land, dass noch in diesem Jahr die ersten Investitionen getätigt werden.

Spannungen zwischen China und Litauen

Zwischen Litauen und China war es in den vergangenen Monaten zu Spannungen gekommen. Peking hatte seine diplomatischen Beziehungen zu dem baltischen Staat herabgestuft, nachdem Taiwan in Vilnius eine Repräsentanz unter eigenem Namen eröffnet hatte.
Wirtschaftsverbände haben beklagt, dass die Einfuhr von Waren aus Litauen blockiert werde und das baltische Land nicht mehr im chinesischen Zollsystem gelistet sei. Taiwan hat deshalb nach Angaben von Huang bereits Ladungen mit Waren übernommen, die nicht nach China zugelassen worden waren. Medienberichten zufolge soll es in Taiwan zudem schon Solidaritätsaktionen für litauische Produkte gegeben haben.
In dem Streit war zuletzt auch die deutsche Wirtschaft in Litauen zwischen die Fronten geraten. Deutschland ist der viertgrößte Investor in dem größten der drei baltischen Staaten. Dort sind etwa die Autozulieferer Continental und Hella aktiv.
Der litauische Präsident, Gitanas Nausėda, hat kürzlich die Entscheidung der Regierung, die taiwanesische Repräsentanz unter eigenem Namen eröffnen zu lassen, mit Blick auf die damit einhergegangenen Spannungen mit China als „einen Fehler“ bezeichnet.
Gitanas Nauseda - SNA, 1920, 04.01.2022
„Taiwans Vertretungsbüro“ in Vilnius: Litauens Präsident bezeichnet Namensgebung als Fehler

China gegen Unabhängigkeit von Taiwan

China sieht Taiwan, das sich 1949 vom Festland abgespaltet hatte, als abtrünnige Provinz und nicht als unabhängigen Staat an und versucht, es international abzuschotten. Nur 15 Staaten erkennen Taiwan an und müssen dafür auf diplomatische Beziehungen zu China verzichten.
Aus Furcht vor chinesischen Repressalien bezeichnet Taiwan seine De-facto-Botschaften im Ausland üblicherweise als „Taipeh Vertretung“. Peking droht Taiwan auch damit, die Insel notfalls mit Gewalt mit dem kommunistischen Festland zu vereinigen.
Die chinakritische Regierung im EU-Land Litauen hatte Taipeh im Juli erlaubt, den Namen „Taiwan“ in der Bezeichnung seiner Vertretung zu führen. Peking hat daraufhin seinen Botschafter aus Vilnius abgezogen und Litauens Regierung aufgefordert, ihren Botschafter in Peking ebenfalls zurückzurufen. Zudem hat China den Güterzugverkehr nach Litauen gestoppt und dem Land keine Einfuhrgenehmigungen für Lebensmittel mehr erteilt.
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