Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Nachtnews: Inzidenz steigt, FDP gegen Lockdown; Lauterbach für Einschränkungen; Rio sagt Karneval ab

CC0 / Free-Photos / Was in der Nacht geschah
Was in der Nacht geschah - SNA, 1920, 05.01.2022
Abonnieren
RKI: Neuinfektionen steigen rapide; Lindner gegen Lockdown; Lauterbach für schärfere Einschränkungen; Karneval in Rio abgesagt; Langfristige Wirtschaftseinbußen wegen Corona erwartet
SNA präsentiert in Kurzform, was in der Nacht zum Donnerstag geschehen ist.
RKI registriert 58 912 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 258,6
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat erneut einen Anstieg der offiziellen bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 258,6 an. Er steigt seit Ende Dezember von Tag zu Tag, wobei das RKI weiterhin von einer Untererfassung der Neuinfektionen wegen weniger Tests und Meldungen im Zuge der Feiertage und der Ferien ausgeht. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 239,9 gelegen, vor einer Woche bei 205,5 (Vormonat: 439,2).
Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 58 912 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.17 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 40 043 Ansteckungen.
Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 346 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 414 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7 297 320 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 3,12 (Montag 3,07) an. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwochmorgen mit 6 581 800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 112 925.
Lindner: Omikron-Welle erfordert keinen Lockdown
Trotz der wachsenden Omikron-Welle soll es nach den Worten von Bundesfinanzminister Christian Lindner keinen neuen Corona-Lockdown in Deutschland geben. "Wir wollen auch künftig flächendeckende und pauschale Schließungen vermeiden", sagte der FDP-Vorsitzende den Tageszeitungen "Stuttgarter Zeitung", "Stuttgarter Nachrichten" und den Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (Mittwoch).
Die Virusvariante Omikron sei zwar eine Herausforderung. "Unser Ziel bleibt dennoch, das gesellschaftliche Leben soweit es geht zu erhalten und soziale Schäden soweit es geht zu vermeiden", sagte der FDP-Chef vor den Bund-Länder-Beratungen an diesem Freitag. Stattdessen solle das Gesundheitssystem in die Lage versetzt werden, bei künftigen Wellen die gesamte Bevölkerung binnen eines Monats impfen zu können.
Lindner verteidigte die Politik seiner Partei in der Corona-Pandemie. Man habe die vierte Welle mit "maßvollen Kontaktbeschränkungen und der erfolgreichsten Boosterkampagne Europas" bewältigt, sagte er den Blättern. "Als Vorsitzender einer liberalen Partei muss ich aushalten, dass wir kritisiert werden, wenn wir den freiheitlichen Bürgerrechten besonderes Gewicht einräumen."
Omikron-Welle: Lauterbach will schärfere Kontaktbeschränkungen
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will bei den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie am Freitag neben verkürzten Quarantänezeiten auch härtere Kontaktbeschränkungen durchsetzen. "Verschärfungen werden leider notwendig sein, um der schweren Welle, die auf uns zukommt, zu begegnen", sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Mittwoch). "Ich werde dazu Vorschläge machen."
Details nannte er nicht, betonte aber, insbesondere für Ungeimpfte gebe es keinen Grund zur Entwarnung. "Man kann ihnen nicht in Aussicht stellen, dass für sie die Kontaktbeschränkungen kurz- oder mittelfristig aufgehoben werden", so Lauterbach. "Mein Appell an die Ungeimpften ist, dass sie sich schnell zumindest einmal impfen lassen, damit sie wenigstens für den ganz schweren Krankheitsverlauf eine wichtige Schutzwirkung haben."
Der SPD-Politiker verteidigte seinen Vorstoß, die Quarantäne mit Blick auf die Omikron-Variante des Virus zu verkürzen. "Studien zeigen, dass die Generationszeit - also auch die Phase, in der sich das Virus im Körper ausbreitet und die Phase, in der ein Mensch ansteckend ist - bei Omikron viel kürzer ist", erläuterte er. "Wir können also bis zu einem gewissen Grad die Quarantänezeit verkürzen, ohne ins Risiko zu gehen."
Straßenkarneval in Rio wegen Pandemie erneut abgesagt
Die brasilianische Metropole Rio de Janeiro hat wegen der Corona-Pandemie zum zweiten Mal in Folge den weltberühmten Straßenkarneval abgesagt. Bürgermeister Eduardo Paes gab die Entscheidung nach einem Treffen mit Vertretern von Karnevalsgruppen in einer Übertragung in sozialen Medien am Dienstag (Ortszeit) bekannt. Zur Begründung hieß es, Einlasskontrollen und die Einhaltung anderer Corona-Maßnahmen beim Straßenkarneval, für den sich in Rio Hunderte Gruppen angemeldet hatten, seien praktisch unmöglich. Die Entscheidung des Bürgermeisters wurde dem brasilianischen Fernsehen zufolge von den "Blocos" genannten Gruppen trotz Trauer über den Ausfall des Straßenfests gut angenommen.
In Brasilien haben sich nach offiziellen Angaben mehr als 22 Millionen der 210 Millionen Landesbewohner mit dem Coronavirus infiziert. Rund 618 000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben - mehr Tote gibt es nur in den USA. Mit dem Fortschreiten der Impfkampagne sank die Zahl der neu hinzukommenden Toten stark, der Optimismus vor allem in Rio wuchs.
Inzwischen sind fast 70 Prozent der brasilianischen Bevölkerung komplett geimpft. Seit Anfang Dezember die ersten Infektionen mit der neuen Omikron-Variante in Brasilien nachgewiesen wurden, stieg die Zahl der positiven Tests - unter anderem beeinflusst durch Weihnachten und Silvester - zuletzt wieder an.
Präsidentenmord in Haiti: Kolumbianer in USA festgenommen
Ein halbes Jahr nach der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse ist ein kolumbianischer Verdächtiger in den USA festgenommen worden. Dem 43-Jährigen wird vor einem Bundesgericht in Florida unter anderem Verschwörung zum Mord oder zur Entführung außerhalb der Vereinigten Staaten vorgeworfen, wie das US-Justizministerium am Dienstag mitteilte.
Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, als Teil einer Gruppe von etwa 20 militärisch ausgebildeten Kolumbianern und einigen haitianisch-US-amerikanischen Doppelbürgern an der Verschwörung gegen Moïse beteiligt gewesen zu sein. Der Staatschef des Karibiklandes wurde in der Nacht zum 7. Juli vergangenen Jahres in seiner Residenz in Port-au-Prince mit zwölf Schüssen getötet.
Die Kolumbianer sollen ursprünglich rekrutiert worden sein, um Moïse unter dem Vorwand eines angeblichen Haftbefehls in ihre Gewalt zu bringen. Der nun Festgenommene sagte den Angaben zufolge aber aus, spätestens am 6. Juli von Mittätern darüber informiert worden zu sein, dass Moïse stattdessen ermordet werden sollte. Ihm droht lebenslange Haft.
Einer der Verdächtigen, ein US-Haitianer, war den Angaben nach wenige Tage vor der Tat im US-Bundesstaat Florida gewesen und hatte dort mutmaßliche Komplizen um Unterstützung bei der Festnahme von Moïse gebeten. Er wurde nach dem Mord in Haiti festgenommen, ebenso wie Dutzende andere - darunter 18 Kolumbianer. Weitere drei Kolumbianer wurden getötet. Die Hintergründe der Tat blieben unklar.
Prognos: Corona-Krise führt zu langfristigen Wachstumseinbußen
Die Corona-Krise dürfte nach Einschätzung des Forschungs- und Beratungsunternehmens Prognos auf längere Sicht Schrammen beim Wirtschaftswachstum in Deutschland hinterlassen. "Corona führt zu langfristigen Einbußen", sagte Prognos-Chefvolkswirt Michael Böhmer. Einschließlich des Einbruchs im Corona-Krisenjahr 2020 wird die deutsche Wirtschaft demnach zwischen 2019 und 2024 rein rechnerisch um nur rund 1,1 Prozent jährlich und damit langsamer als in den fünf Jahren zuvor mit damals 1,7 Prozent jährlich wachsen.
Prognos geht dabei von der Annahme aus, dass Europas größte Volkswirtschaft im Jahr 2021 um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt hat. Im laufenden Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 4,0 Prozent wachsen und im Jahr 2023 um 2,8 Prozent. Für 2024 nimmt Prognos einen Anstieg der Wirtschaftsleistung von 1,4 Prozent an.
Aktuell dominiere die Pandemie noch die Konjunkturaussichten. Hinzu kämen Lieferengpässe. Die Prognos-Ökonomen rechnen wie andere Volkswirte daher auch mit einem schwachen Start ins laufende Jahr. Ab dem Frühjahr 2022 erwarten sie einen Aufschwung angeschoben vor allem vom privaten Konsum. Auch die Investitionen dürften nach verhaltener Entwicklung im vergangenen Jahr dann einen substanziellen Beitrag leisten.
Das Folgejahr steht nach Einschätzung von Prognos weiterhin im Zeichen des Aufschwungs. "Der Arbeitsmarkt ist stabil, die Industrie läuft und die Staatsfinanzen bleiben tragfähig", erläuterte Chefvolkswirt Böhmer. Die deutsche Volkswirtschaft befinde sich trotz der wiederkehrenden Schocks in den vergangenen zwei Jahren strukturell weiterhin in gesunder Verfassung. Zudem sei in vielen Bereichen die Krise für Umstrukturierungen genutzt worden, die sich mittelfristig als produktivitätssteigernd auszahlen dürften.
Vorausgesetzt, dass keine neuen Schocks auftreten, werde die deutsche Wirtschaft 2024 wieder auf eine Wachstumsrate nahe des langfristigen Potenzialwachstums einschwenken. Darunter wird die langfristige Veränderung des Bruttoinlandsprodukts bei einem normalen Auslastungsgrad der Produktionskapazitäten verstanden.
Prognos geht bei seiner Vorhersage davon aus, dass die Corona-Pandemie im Winter 2022/23 und in den Jahren danach unter anderem dank Impffortschritten das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben nicht noch einmal mit voller Wucht trifft.
Newsticker
0
Neueste obenÄlteste oben
loader
Live
Заголовок открываемого материала
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала