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Menschen fürchten Überwachung durch Corona-Maßnahmen – Umfrage

CC0 / Engin_Akyurt / Pixabay / Coronavirus (Symbolbild)
Coronavirus (Symbolbild) - SNA, 1920, 05.01.2022
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Viele Menschen sehen scheinbar insbesondere im digitalen Raum ihre persönliche Freiheit in Gefahr und geben trotzdem freimütig ihre Daten preis. Aber besonders durch die Corona-Maßnahmen fühlen sich die Menschen aktuell stärker überwacht.
Die Menschen in Deutschland fühlen sich zunehmend überwacht, vor allem im Internet. So das Ergebnis einer Befragung, die die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut „Yougov“ im Dezember durchgeführt hat.

Gefragt wurde, bei welchen Gelegenheiten sich die Menschen in ihrem Alltag generell überwacht fühlen. Hier zeigt sich eine deutliche Skepsis gegenüber elektronischen Medien, zum Beispiel bei der Nutzung von Social Media, wo sich 56 Prozent überwacht fühlen, oder beim Shoppen im Internet, dort fühlen sich 52 Prozent der Befragten überwacht. Eine Überwachung im öffentlichen Raum, also etwa durch Videoüberwachung in Städten (27 Prozent), oder am Arbeitsplatz (24 Prozent) wird hingegen wesentlich seltener als ein Problem gesehen.

Mehr Überwachung durch Corona-Maßnahmen

Allerdings fühlen sich in der analogen Alltagswelt während der Corona-Pandemie wieder mehr Menschen überwacht. Durch die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung und deren Kontrolle fühlen sich durchschnittlich 43 Prozent der Befragten stärker in ihrem Verhalten überwacht als normalerweise. Hier zeigt sich aber auch ein gewisser Zwiespalt zwischen älteren und jüngeren Befragten. Die Älteren sehen die Corona-Maßnahmen deutlich entspannter und fühlen sich hierdurch weniger überwacht als die Jüngeren.

Misstrauen gegenüber Digitalkonzernen

Die Ergebnisse der Befragung bestätigen auch ein allgemeines Misstrauen gegenüber Digitalkonzernen. Das wird beispielsweise bei der Einschätzung deutlich, welche Institutionen an einer Überwachung der Bürgerinnen und Bürger interessiert sein könnten. Dass der Staat möglichst viele Informationen sammeln möchte, um Verbrechen oder Gefährdungen zu verhindern, sagen 57 Prozent der Befragten. Dass die großen Digital-Konzerne (81 Prozent) oder Online-Händler (84 Prozent) überwachen, um durch das Sammeln von Informationen das Konsumentenverhalten steuern zu können, sehen deutlich mehr Menschen.

Keine Überwachungsgeräte als Geschenk

Die Abneigung gegen überwachungsfähige Geräte ist deutlich: 45 Prozent der Befragten wollten zu Weihnachten keine Dinge verschenken, die eine Möglichkeit zur Überwachung enthalten. Zusammen mit denjenigen, welche überwachungsfähige Geräte nur auf expliziten Wunsch verschenken wollten (neun Prozent), sprachen sich damit grundsätzlich über die Hälfte der Befragten dagegen aus, Weihnachtsgeschenke mit Überwachungskomponenten von sich aus zu verschenken.

Genauso deutlich ist die Aussage zum Besitz von überwachungsfähigen Geräten. Zwar geben die Hälfte der Befragten (50 Prozent) an, sogenannte „smarte“ Geräte zu besitzen. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) zeigen ihre Abneigung gegen Überwachungsfunktionen aber dadurch, dass sie „smarte“ Geräte entweder gar nicht besitzen (29 Prozent) oder zumindest die Überwachungsfunktionen ausschalten (26 Prozent).

Viele Nutzerinnen und Nutzer möchten sich gegen Überwachung durch Digital-Konzerne oder andere Akteure wehren. Sie würden das auch tun, wenn sie entsprechende Möglichkeiten hätten. Datenschutzfreundliche Voreinstellungen und Wahlmöglichkeiten über leicht bedienbare Steuerungselemente – insbesondere bei „smarten“ Haushaltsgegenständen – sollten im Sinne eines selbstbestimmten Nutzungsverhaltens überall zum Standard werden.

Das Meinungsforschungsinstitut „Yougov“ befragte im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung vom 10. bis 13. Dezember in Online-Interviews 2215 bevölkerungsrepräsentative Erwachsene aus verschiedenen Regionen Deutschlands.
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