Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Enthielten verschiedene Formen des „N-Wortes“: Kunstmuseum Moritzburg muss mehrfach Werktitel ändern

© AFP 2021 / AFP 2020 /John MacDougallKunstmuseum (Symbolbild)
Kunstmuseum (Symbolbild) - SNA, 1920, 05.01.2022
Abonnieren
Wegen diskriminierender Sprache hat das Kunstmuseum Moritzburg in Halle in der Vergangenheit mehrmals die Titel dreier Gemälde aus der museumseigenen Sammlung verändert. Darüber berichtet die „Mitteldeutsche Zeitung“.
Es handele es sich um drei Werke aus der museumseigenen Sammlung, bei denen die Namen geändert worden seien, erklärte Museumsdirektor Thomas Bauer-Friedrich am Mittwoch. Das sei bereits schon mal 2019 und 2020 geschehen, man habe darüber allerdings nicht öffentlich gesprochen.
Bei den jetzt betroffenen Werken handelt es sich laut Bauer-Friedrich um die Darstellung von schwarzen Männern. Die im 19. und 20. Jahrhundert festgehaltenen Inventarnamen enthielten etwa verschiedene Formen des N-Wortes.
Der Begriff „N-Wort“ steht heute für eine früher gebräuchliche rassistische Bezeichnung für Schwarze. Die neuen Titel heißen nun unter anderem „Männlicher Studienkopf“ oder „Smith from Halifax“, so Bauer-Friedrich.

Diskussion über sensibles Thema geht weiter

Bauer-Friedrich betonte die explizite Haltung des Museums, „dass die veränderten Titel diskriminierend waren und einen dem Stand der gesellschaftlichen Diskussion widersprechenden Rassismus transportieren“. Die Auseinandersetzung mit dem sensiblen Thema sei ein fortlaufender Prozess und keine systematische Durchforstung, betonte er.
Mit einigen Lösungen sei er selber nicht ganz glücklich, so der Museumsdirektor. Eine passende Benennung müsse weiterhin behandelt werden. Die Diskussion betreffe auch ehemalige Geldgeber des Museums, die beispielsweise ihr Vermögen durch den Kolonialismus mehren gekonnt hätten. Man bemühe sich um Transparenz, so Bauer-Friedrich.
Bahnhof Berlin Friedrichstraße - SNA, 1920, 14.12.2021
Studie: 290 Berliner Straßen- und Platznamen weisen antisemitische Bezüge auf

Antisemitische Bezüge bei Berliner Platznamen

Mitte Dezember hat eine Studie der Landesstelle für Gleichbehandlung, die im Auftrag des Landes Berlin durchgeführt worden war, bei 290 Namen von Straßen oder Plätzen in der Bundeshauptstadt antisemitische Bezüge festgestellt.
Die Ergebnisse sind dabei in einem Dossier zusammengefasst worden, welches „als Ausgangspunkt für die vertiefte Auseinandersetzung zu verstehen“ ist, da es einen ersten Einblick in die Menge und Bandbreite der antisemitischen Bezüge von Berliner Straßen- und Platznamen liefert.
Zum Beispiel hat der Autor einen antisemitischen Bezug bei nach Friedrich I. benannten Straßen festgestellt. Der Herrscher hatte seine Politik auf die Begrenzung und Ausbeutung von Juden ausgerichtet. In diesem Zusammenhang wurde für die Friedrichstraße in Berlin eine Kontextualisierung vorgeschlagen.
In Berlin sind bereits mehrere Straßen wegen rassistischer Bezüge umbenannt worden, beispielsweise die U-Bahnhaltestelle Mohrenstraße in Glinkastraße.
Newsticker
0
Neueste obenÄlteste oben
loader
Live
Заголовок открываемого материала
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала