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Nachfrage nach muslimischen Notfallbegleitern steigt – staatliche Strukturierung fehlt

© AFP 2021 / DAVID GANNONOmar Moschee in Berlin-Kreuzberg.
Omar Moschee in Berlin-Kreuzberg. - SNA, 1920, 03.01.2022
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Seelischer Beistand in Krisenzeiten ist von hoher Bedeutung. Der Bedarf an muslimischen Notfallbegleitern nimmt mit der Zahl der Muslime in Deutschland zu.
Die Nachfrage nach ehrenamtlichen muslimischen Notfallbegleitern, sowie das Interesse an einer Ausbildung in dem Bereich steigen rasant. Es gebe deutlich mehr Bewerber als Kursplätze, teilte eine Sprecherin der Christlich-Islamischen Gesellschaft (CIG) in Köln der Deutschen Presse Agentur (DPA) mit.

Neu ist die Entwicklung nicht: „Ich beobachte, dass der Bedarf an muslimischen Seelsorgern in den letzten Jahren stetig steigt. Da sich das Bewusstsein der Muslime im Umgang mit Tod und Trauer verändert, nimmt auch die Nachfrage an Trauerbegleitung zu“, erläuterte etwa die muslimische Notfallseelsorgerin Aişe Akova bereits vor über einem Jahr.

Für die ehrenamtlichen Helfer ist Wissen im Bereich kultureller und religiöser Besonderheiten von großer Bedeutung. Sie sollten den Koran, die Sprache des Betroffenen und möglichst auch seine Kultur kennen.
Moschee (Symbolbild) - SNA, 1920, 28.04.2021
Zahl der Muslime in Deutschland deutlich zugenommen – Bamf-Studie
Die ehrenamtliche Helferin bemerkte, dass mittlerweile vermehrt auch Behörden auf das Angebot zurückgreifen, um in Notfällen zusätzliche Unterstützung für muslimische Familien zu erhalten. Es sei somit von großer Bedeutung, dass Leitstellen über das Angebot informiert sind.
„Christliche Seelsorger sind ohne die Mithilfe von muslimischen Notfallbegleitern an Unglücksorten mit muslimischen Betroffenen oft überfordert“, bezog sich Akova auf die Überbrückung von sprachlichen, kulturellen und religiösen Unterschieden.
Vor allem das Sprechen derselben Sprache würde in Trauerfällen einen näheren Zugang zu den Betroffenen schaffen.
Ausländer in Deutschland 2020

Im Ausländerzentralregister wurden 867.211 ausländische Staatsangehörige registriert, die im Jahr 2020 nach Deutschland zugezogen sind, darunter 365.097 Drittstaatsangehörige (42,1 Prozent). Dies geht aus dem Bericht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge hervor. Bei der Fachkräftezuwanderung nach Deutschland habe insbesondere die Blaue Karte in der EU als Aufenthaltstitel für Hochqualifizierte stark an Bedeutung gewonnen. Seit 2015 ist demnach auch der Anteil der Zugewanderten gestiegen, die eine Beschäftigung aufgenommen haben, die keine qualifizierte Berufsausbildung erfordert.

ExpandierenMinimieren
Vor über zehn Jahren rief die Christlich-Islamische Gesellschaft mit Unterstützung muslimischer Organisationen und der christlichen Kirchen ein Kurskonzept zur Ausbildung ehrenamtlicher muslimischer Notfallbegleiter ins Leben. 2020 gab es allein in NRW rund 200 ausgebildete Helfer. Bundesweit organisieren sich diese im Rahmen von Vereinen oder über Kirchenverbände. Es gibt trotz bundesweit steigenden Bedarfs keine institutionelle Strukturierung der muslimischen Seelsorge.
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