Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Ex-Premier Blair zum Ritter geschlagen – Massive Unterstützung für Petition zur Aberkennung

© AP Photo / Petros KaradjiasTony Blair kommt zu einem Treffen mit dem zyprischen Präsidenten Nicos Anastasiades im Präsidentenpalast in der Hauptstadt Nikosia, Zypern (Archivbild)
Tony Blair kommt zu einem Treffen mit dem zyprischen Präsidenten Nicos Anastasiades im Präsidentenpalast in der Hauptstadt Nikosia, Zypern (Archivbild) - SNA, 1920, 02.01.2022
Abonnieren
Nachdem der ehemalige britische Premierminister Tony Blair am Samstag zum Ritter geschlagen wurde, haben Internetnutzer eine Petition gestartet, um ihm den Titel abzuerkennen, die aktuell von mehr als 220.000 Menschen signiert worden ist.
Auch Twitter-Nutzer übten Kritik an der Würdigung Blairs – wegen Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan.
Im Rahmen der traditionellen Neujahrsehrung erhob die britische Königin Elizabeth II. den Ex-Premier und früheren Vorsitzenden der Labour-Partei am Samstag in den Ritterstand. Im Gegensatz zur Ehrungsliste, die vom Büro des Premierministers beraten wird, werden die Mitglieder des Hosenbandordens, zu denen Blair nun gehört, persönlich vom Monarchen ausgewählt.
Dollar (Symbolbild) - SNA, 1920, 03.10.2021
„Pandora Papers“: Datenleck enthüllt Offshore-Geschäfte hunderter Politiker und Promis
Der Hosenbandorden gilt als der älteste und höchste britische Ritterorden und wurde schon früher an britische Politiker verliehen. Der letzte, der einen solchen Ritterschlag erhalten hatte, war Blairs Vorgänger Sir John Major.

Petition

Die Ehrung Blairs löste einen großen Aufruhr im Netz aus. Die Online-Petition zur Aberkennung von Blairs Titel, die am Samstagnachmittag eingereicht wurde, sammelte innerhalb eines halben Tages mehr als 100.000 Unterschriften und wird nach Angaben der Plattform Change.org womöglich zu einer der am meisten unterzeichneten auf dieser Webseite überhaupt.
Der Kater Larry, Mäusefänger von Downing Street - SNA, 1920, 24.12.2020
Journalisten warten auf Johnson – für Schlagzeilen sorgt aber sein Kater – Video
„Wir fordern den Premierminister (Boris Johnson – Anm. d. Red.) auf, sich bei Ihrer Majestät dafür einzusetzen, dass ihm (Blair – Anm. d. Red.) diese Ehre entzogen wird“, lautet die Petition. Laut den Unterzeichnenden ist Blair „persönlich für den Tod unzähliger unschuldiger Zivilisten und Soldaten in verschiedenen Konflikten verantwortlich“.
„Allein dafür sollte er wegen Kriegsverbrechen zur Rechenschaft gezogen werden“, hieß es.

Kritik aus Twitter-Community

Auch viele Twitter-Nutzer kommentierten, dass Blair ins Gefängnis gehöre. Der Grund ist, dass der damalige Premier im November 2001 den britischen Truppen befohlen hatte, sich an der US-geführten Invasion in Afghanistan nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zu beteiligen. Auch das Engagement Großbritanniens bei der von der US-Koalition angeführten Invasion des Irak im Jahr 2003 hatte Blair unterstützt.
„Tony Blair wird für seine Verdienste um den Imperialismus zum Ritter geschlagen“, schrieb der Twitter-Nutzer Liam Young. „Der Mann sollte auf der Anklagebank in Den Haag sitzen. Was für ein beschämender Tag.“
„Wenn ich dabei helfe, den nächsten IS* zu schaffen, indem ich eine ganze Region unter falschem Vorwand destabilisiere, kann ich dann auch einen Ritterschlag bekommen?”, fragte sich sarkastisch der britische politische Aktivist und Mitbegründer der pro-europäischen Interessengruppe Our Future Our Choice (OFOC), Femi Oluwole.
„Kriegsverbrecher, der Millionen getötet hat, wird geehrt. Ein Journalist, der Kriegsverbrechen aufdeckt, wird inhaftiert und gefoltert“, kommentierte ein Journalist Robert Carter in Bezug auf die Würdigung Blairs und die jüngste Entscheidung der britischen Justiz zur Auslieferung von Julian Assange an die USA.
„Die ,großartigen’ britischen Werte werden hier schön zusammengefasst...“ so Carter.

„Eine angemessene Ehrung“

Wegen der massiven Kritik verteidigte der Sprecher des britischen Unterhauses, Sir Lindsay Hoyle, die Ehrung seines früheren Parteifreundes. „Was auch immer die Leute denken mögen, es ist einer der härtesten Jobs der Welt“, wird Hoyle von der Zeitung „Guardian“ zitiert. Seiner Ansicht nach sollten alle früheren britischen Premiers in den Ritterstand erhoben werden.
„Es geht nicht um Politik. Es geht um die Position, die sie in diesem Land eingenommen haben, und es geht um den Respekt, den wir ihnen entgegenbringen, und es ist eine angemessene Ehrung“, so Hoyle.
* Terrororganisation, in Russland und Deutschland verboten
Newsticker
0
Neueste obenÄlteste oben
loader
Live
Заголовок открываемого материала
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала