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„Es geht hier nicht nur um Exponate“: Dorgerloh warnt vor falschen Erwartungen bei Restitutionen

CC BY-SA 3.0 / Michel wal / Wikimedia CommonsBenin-Bronzen im britischen Museum
Benin-Bronzen im britischen Museum - SNA, 1920, 02.01.2022
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In der Frage von Rückgaben des Raubguts und der Kulturobjekte aus kolonialer Vergangenheit kann es aus Sicht des Generalintendanten des Berliner Humboldt Forums, Hartmut Dorgerloh, keine blitzschnelle Entscheidung geben. Auch brachte er mehrere diesbezüglichen Optionen ins Spiel.
„Auch bei Restitutionen gelten nicht unsere Zeitmaßstäbe“, sagte Dorgerloh der Deutschen Presse-Agentur (DPA) in Berlin. „Zwischen Entscheidungen und deren tatsächlicher Umsetzung können manchmal Jahre liegen. Partnerschaft heißt dann, sich auch auf andere Zeitvorstellungen und auf andere Abläufe einzulassen.“
Etwa 1100 der kunstvollen Bronzen aus dem Palast des damaligen Königreichs Benin, das heute zu Nigeria gehört, sind in rund 20 deutschen Museen zu finden. Die Objekte stammen größtenteils aus den britischen Plünderungen des Jahres 1897. Auch im Humboldt Forum sollen sie vom Ethnologischen Museum ausgestellt werden. Das Museum verfügt über rund 500 historische Objekte aus dem Königreich Benin, darunter etwa 400 Bronzen. Ziel der Bundesregierung sind auch substanzielle Rückgaben in diesem Jahr, zunächst aus den fünf größten Beständen. Kulturstaatsministerin Claudia Roth will zudem alle deutschen Museen mit solchen Objekten im Januar zusammenbringen.
Die Abläufe hängen für Dorgerloh davon ab, „wie die Herkunftsgesellschaften entscheiden, wie die Entscheidungen in Afrika, in Asien, in Amerika oder Ozeanien getroffen werden“. In Deutschland gelte es, ein klares Signal zu senden und die unmissverständliche Bereitschaft zu erklären, dass restituiert werden soll.
„Wenn man es ernst meint mit der Abgabe von Deutungs- und Entscheidungshoheit, dann können wir hier in Europa nicht alleine entscheiden, wie, wann und zu welchen Konditionen Rückgaben erfolgen. Und da ist das Spektrum der Möglichkeiten groß, von Leihgaben in den hiesigen Museen über die digitale Restitution, über den Tausch mit anderen Objekten bis hin zur Zirkulation.“
Eine Aufgabe im Humboldt Forum sei es, diesen Prozess transparenter zu machen, zu begleiten und den verschiedenen Akteuren ein Forum zu bieten. „Es braucht ein breiteres Verständnis, eine größere Transparenz und eine größere Beteiligung auch von gesellschaftlichen Gruppen, die in solchen Prozessen wichtig sind. Es geht hier nicht nur um Exponate, sondern auch um Traumata, um Politik, und auch um Wiedergutmachung.“
Dorgerloh sieht darin „eine zentrale Aufgabe des Humboldt Forums, auch wenn das möglicherweise so nicht intendiert war. Insofern macht es die Bedeutung dieses Ortes noch mal klar, warum es ein solches Forum braucht.“ Es gehe „mit Blick auf die globalisierte Wirklichkeit, in der wir leben, um die zentrale Frage, wie wir uns gemeinsam über die Zukunft unseres Planeten und unseres Zusammenlebens verständigen“.
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