Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Sprachkritiker für „Eigenverantwortung“ als „Floskel des Jahres“

CC0 / Lucie Gerhardt / pixelio.de / Deutsch sprechen
Deutsch sprechen - SNA, 1920, 01.01.2022
Abonnieren
Die Sprachkritiker haben eine Top-5-Liste der „Floskeln des Jahres“ erstellt und dabei den Negativpreis an das Wort „Eigenverantwortung“ verliehen.
Die Begründung: „Ein legitimer Begriff von hoher gesellschaftlicher Bedeutung wird ausgehöhlt und endet als Schlagwort von politisch Verantwortlichen, die der Pandemie inkonsequent entgegenwirken. Fehlgedeutet als Synonym für soziale Verantwortung und gekapert von Impfgegnerinnen und Impfgegnern als Rechtfertigung für Egoismus“, erläuterten am Samstag die Betreiber des Netzprojekts Floskelwolke, Udo Stiehl und Sebastian Pertsch.
Auf den Plätzen zwei bis fünf rangieren der Begriff „klimaneutral“ („Ein wohlklingendes Etikett, das bei näherer Betrachtung nicht immer hält, was es verspricht“), die Formulierung „links-gelb“ („Die Kombination ist ein gezielter Misskredit gegen politische Konkurrenz in neuer Dimension“), das Attribut „unvorhersehbar“ (Im zweiten Jahr der Pandemie hätten gefühlte Wahrheiten oft die Oberhand gegenüber rationalen Fakten gewonnen, „wenn es vorhersehbar um die Wählergunst geht“) und schließlich „Instrumentenkasten“ („Die Komposition suggeriert ein bundesweit gemeinschaftliches und einheitliches Vorgehen, das praktisch jedoch in länderspezifische Eigenwilligkeiten zerfällt“).
Seit 2014 macht das sprach- und medienkritische Projekt Floskelwolke auf „Floskeln, Phrasen und weitere fragwürdige Formulierungen in deutschsprachigen Nachrichtentexten“ aufmerksam. Man wolle „dabei nicht anprangern, sondern sensibilisieren“, so Mitbetreiber Pertsch.
Die Zahl der Vorschläge für das Jahr 2021 ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Während für die erste Auszeichnung der „Floskel des Jahres“ vor genau einem Jahr 178 Vorschläge eingetroffen seien, seien es für den aktuellen Negativpreis Anfang 2022 nur noch 72 Begriffe und Formulierungen gewesen. Die Gründe seien offensichtlich, so Pertsch: „Die Pandemie sorgte im ersten Jahr für zahlreiche Neologismen und Floskeln, die auch den Journalismus beschäftigten.“ Die Vorschläge mit Bezug zur Pandemie seien diesmal weniger geworden. „zehn der 72 Einreichungen bezogen sich immerhin aufs Impfen“. Die Floskelwolke-Macher fällten die letzte Entscheidung über die Top-5.
Annalena Baerbock, Co-Vorsitzende der Grünen und Kanzlerkandidatin für die anstehende Bundestagswahl,auf einer Pressekonferenz zur Nachbereitung der Flutkatastrophe im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin , 26. Juli 2021.  - SNA, 1920, 02.08.2021
Gender-Sprache in Gesetzestexten – Baerbocks Initiative stößt auf Widerstand
Newsticker
0
Neueste obenÄlteste oben
loader
Live
Заголовок открываемого материала
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала