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Computer-Spielsucht als psychische Störung – WHO überarbeitet Katalog von Krankheiten

© SNA / Grigorij Syssojew / Zur BilddatenbankVideospiel (Symbolbild)
Videospiel (Symbolbild) - SNA, 1920, 01.01.2022
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Ab Januar 2022 tritt eine überarbeitete Version der 2018 verfassten elften Internationalen Klassifikation von Krankheiten (ICD-11) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Kraft. Im mit neuen Krankheitsbildern und Behandlungsmaßnahmen aktualisierten Dokument gilt nun unter anderem die Computer-Spielsucht als Krankheit.
Für eine Diagnose ist das Auftreten der Anzeichen einer Spielstörung im Laufe eines Jahres notwendig.
Laut WHO manifestieren sich die Symptome in beeinträchtigter Kontrolle über das Spielverhalten; zunehmender Priorität, die dem Spielen in dem Maße eingeräumt wird, dass das Verhalten andere Lebensinteressen und täglichen Aktivitäten beeinflusst und einem Andauern des Spielverhaltens trotz Auftretens negativer Folgen. Dabei werden wichtige Lebensbereiche beeinträchtigt, so zum Beispiel die Familie oder der Beruf.
„Die Diagnose Spielsucht kann nur von ausgebildeten Fachärzten gestellt werden. Daher ist es nicht möglich, eine diagnostische Beschreibung der Spielstörung auf Ihre Verwandten oder Freunde anzuwenden. Dies ist das Vorrecht der Ärzte“, äußerte der WHO-Experte für psychoaktive Substanzen und Suchtverhalten, Wladimir Pozniak, gegenüber SNA.
Die Videospielsucht ähnelt anderen Arten der Spielsucht, zum Beispiel der Glücksspielsucht, so der Experte.
Eine erhöhte Spielaktivität würde nicht direkt eine Spielsucht bedeuten. Intensives Spielen auch im Laufe mehrerer Tage würde kein problematisches Verhalten darstellen, solange andere Lebensbereiche nicht beeinträchtigt werden.
Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus (Archiv) - SNA, 1920, 29.12.2021
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Vertreter der Computerspielindustrie und Experten haben sich mehrfach gegen die Aufnahme von Spielsucht in den Katalog der Krankheiten ausgesprochen.
30 Psychologen, die im Bereich der Unterhaltungssoftware tätig sind, übten bereits 2018 in einem offenen Brief Kritik an dem Vorhaben. Eine Spielsucht sei eher der Effekt eines tieferliegenden Problems, wie einer Depression oder einer sozialen Angststörung.
„Als Psychologieexperten, die Videospiele seit Jahren empirisch untersuchen, teilen wir viele dieser Bedenken und unterstützen die weitere wissenschaftliche Forschung zu diesem Thema voll und ganz. Aber der vorläufige Schritt der WHO, das digitale Spiel zu pathologisieren, ist übereilt“, so die Experten.
Die internationale Klassifikation von Krankheiten der WHO dient primär Ärzten dazu, exakte Diagnosen zu stellen. Krankenkassen können sie als Grundlage für eine Kostenübernahme benutzen. Die überarbeitete Version führte auch andere Krankheitsbilder ein, wie das Syndrom des emotionalen Burnouts oder der Überarbeitung und die Geschlechtsdysphorie.
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