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Neujahr in Russland: Weihnachtsbäume und Feuerwerk im Deutschen Dorf in Moskau

© CC0 / pixabay / fotografierendeWunderkerze (Symbolbild)
Wunderkerze (Symbolbild) - SNA, 1920, 31.12.2021
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Der Brauch, Weihnachten zu feiern und einen Baum zu schmücken, entstand in Russland im Jahr 1611 und kam aus Europa. Zuvor wurde der Jahreswechsel ohne Tannenbaum gefeiert – Neujahr fiel zu jener Zeit auf den 1. September. Das erste Feuerwerk wurde im Deutschen Dorf in Moskau inszeniert.
„Der russische Zar Peter der Erste interessierte sich lebhaft für Europa und übernahm dort viele Erfahrungen. Er befahl, die Landgüter des Adels, die Häuser der Kaufleute und die Dorfhütten zu schmücken, wenn nicht mit Tannen, so doch mit Fichtenzweigen. Gleichzeitig tauchten die ersten Formen von Christbaumschmuck auf – sie waren recht schlicht und ganz anders als im 19. und 20. Jahrhundert“, sagt der Historiker Sergej Dewjatow, Professor an der Lomonossow-Universität.
Feuerwerk, wie auch der Tannenbaum, wurden zu einer Weihnachtstradition. In Moskau gab es die sogenannte Deutsche Siedlung oder das Deutsche Dorf. So wurden im 16./17. Jahrhundert die Siedlungsorte von Ausländern bezeichnet. „Peter der Große schaute dort oft vorbei. Auf Kukuy (der historische Name der Deutschen Siedlung) lebten wohlhabende Ausländer kompakt, es gab Bierlokale, wo man klassisches – für Russland nicht übliches – Bier trinken konnte. Dort wurden erste große Feuerwerke abgebrannt. Zar Peter sah sie und war so inspiriert, dass er beschloss, diese bunte Show in Russland zu verbreiten.“
Moskau wurde im 18. Jahrhundert zum Zentrum von Silvester und Weihnachten. Peter der Große strebte eine Europäisierung Russlands an, um maximales Wissen zu erlangen. Er interessierte sich sehr für verschiedene technologische Innovationen.
Nach der Gründung von St. Petersburg verbrachte Peter der Erste viel Zeit in der Stadt an der Newa. Feuerwerkskörper wurden dorthin aus Europa gebracht. Ein echtes Feuerwerk mit dem Abschuss von mehreren Feuerwerkskörpern erschien jedoch 1728-1730 in Moskau während der Regierungszeit von Kaiserin Anna Ioannowna. Ort der Aktion war der Fluss Jausa, abseits vom Kreml.
„Am Fluss Jausa wurde das Schloss Annienhof eigens für Anna Ioannowna gebaut. Sie jagte gerne und es war ein Treffpunkt vor jeder Jagd. Vor Weihnachten wurde dort ein riesiger Weihnachtsbaum aufgestellt und ein gigantisches Feuerwerk, unvergleichbar mit dem des Kremls, arrangiert. Im Kreml war das ein gefährliches Unterfangen. Die Mauern und der Domplatz waren dort bereits aus Stein, die anderen Gebäude waren noch aus Holz. Dies drohte mit Bränden, von denen es in jenen Jahren im hölzernen Moskau sehr viele gab. Auf der Jausa jedoch war es möglich, jedes Feuerwerk sicher zu arrangieren“, so der Historiker.
Der erste Christbaumschmuck erschien auch unter Peter dem Ersten und kam hauptsächlich aus Holland. Das war Baumbehang aus Glas (und Glas war damals sehr teuer): die ersten Glasgirlanden sowie Dekorationen aus Porzellan und Steingut, hauptsächlich in Form von Sternen. In der Nähe von Moskau, bei Selenograd, wo sich das Savino-Storoschewski-Kloster befand, gab es einen wunderschönen Tannenwald – dort wurden Tannen für den Kreml abgeholzt. Das Moskwa-Fluss wurde im Winter zu einer bequemen Verkehrsverbindung für den Transport – es gab eine bequeme Eisbahn, auf der Fichten in die Hauptstadt geliefert wurden.“
Feuerwerk (Symbolbild) - SNA, 1920, 03.12.2021
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Zu Beginn des 19. Jahrhunderts tauchte in Russland die Tradition auf, das neue Jahr in der Familie zu feiern. „Der Zar löste sein Dienergefolge am 31. Dezember auf, damit die Höflinge nach Hause gehen und ihren Familien gratulieren konnten. Neujahr wurde somit auch zu einem Familienfeiertag. Zur gleichen Zeit erschienen öffentliche Weihnachtsbäume – der Hauptbaum wurde im Alexandergarten an der Kremlmauer geschmückt und konnte von allen bewundert werden.“ Der Neujahrsbaum, der außerhalb der Kremlmauern aufgestellt wurde, zog alle Stadtbewohner an. Der Baum wurde zu einem öffentlichen Phänomen, was für Europa damals nicht typisch war. So entstand eine Tradition der Neujahrsfeierlichkeiten unter den einfachen Bürgern. Ebenfalls eine russische Tradition ist das parallele Feiern von Neujahr und Weihnachten. Weihnachten blieb der wichtigste christliche Feiertag, und Neujahr galt als ein weltliches Fest.
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