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Auf „schwarzer Liste“ gelandet: Antisemitismus-Beauftragter in Stuttgart soll judenfeindlich sein

CC BY 3.0 / Dr. Michael Blume / Wikimedia CommonsDer Antisemitismusbeauftragte von Baden-Württemberg, Michael Blume
Der Antisemitismusbeauftragte von Baden-Württemberg, Michael Blume - SNA, 1920, 30.12.2021
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Dem Antisemitismusbeauftragten von Baden-Württemberg, Michael Blume, wird von einer einflussreichen jüdischen Organisation selbst Antisemitismus vorgeworfen. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Los Angeles hat den schwäbischen Religionswissenschaftler auf eine „schwarze Liste“ gesetzt, so Medien. In Deutschland erhält Blume jetzt viel Unterstützung.
Mehrere Medien berichten seit Mittwoch übereinstimmend darüber. Demnach habe das einflussreiche, jüdische „Simon-Wiesenthal-Zentrum“ in den USA den Antisemitismusbeauftragten der Landesregierung von Baden-Württemberg auf eine entsprechende „Antisemiten-Liste“ gesetzt.
Michael Blume soll, so der Vorwurf, selbst antisemitische und judenfeindliche Internet-Postings und Twitter-Accounts gelikt, unterstützt und weiterverbreitet haben. „Um welche Posts und welche Accounts es sich genau handelte, schrieb die Organisation nicht“, so die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ).

„Seit Jahren kämpft Blume als Antisemitismusbeauftragter in Baden-Württemberg gegen Judenfeindlichkeit. Er prangert antisemitische Tendenzen in der 'Querdenker'-Szene an, hält Vorträge, gibt Studien in Auftrag und wirbt für Dialog. Dass er sich eines Tages ausgerechnet auf der weltweiten 'Antisemiten-Liste' des Simon-Wiesenthal-Zentrums (SWC) aus Los Angeles wiederfinden könnte, hatte der 45 Jahre alte Religionswissenschaftler wohl nicht erwartet.“

Nun stehe er aber genau dort, auf Platz sieben der jüngsten Liste, „die angeführt wird von Israels Erzfeind Iran. Auf Platz zwei steht die militante Palästinenserorganisation Hamas, die sich die Zerstörung Israels auf die Fahnen geschrieben hat.“
Xavier Naidoo - SNA, 1920, 22.12.2021
Referentin durfte Xavier Naidoo als Antisemiten bezeichnen – Urteil aus Karlsruhe
Entsetzt zeige sich nicht nur die schwarz-grüne Landesregierung in Stuttgart. Auch die Israelitischen Religionsgemeinschaften (IRG) im Land seien fassungslos. „Einen Brückenbauer zwischen Baden-Württemberg und Israel auf eine gemeinsame Liste mit Feinden Israels zu setzen ist ungeheuerlich“, teilte diese mit.
Der Zentralrat der Juden in Deutschland twitterte, die Vorwürfe seien „absurd“. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nannte die Vorwürfe demnach „nicht nachvollziehbar und höchst befremdlich“.
Blume bedankte sich für die Reaktionen der jüdischen Gemeinden und „für ganz viel Solidarität“ auf seinem Twitter-Profil.
Der Antisemitismusbeauftragte sehe sich, so der Bericht, vor allem seit seinem Amtsantritt 2018 rechtsextremen Internet-Trollen ausgesetzt.

„Als Antisemitismusbeauftragter des Landes ist der Religionsexperte und Familienvater Ansprechpartner für jüdische Gruppen, aber auch für Moscheegemeinden, Bildungseinrichtungen und Kommunen.“

„An diesen Vorwürfen ist nichts dran“, betonte er kürzlich im Gespräch mit dem „SWR“. Blume behauptete, er werde „seit über drei Jahren von einem Troll belagert, beschimpft und angegriffen. Und jetzt hat dieses sogenannte Wiesenthal-Center das einfach übernommen.“
Das 1977 gegründete Zentrum mit Hauptsitz in Los Angeles ist laut Medien „mit der weltweiten Suche nach untergetauchten Nazi-Verbrechern bekannt geworden. Es bemüht sich aber auch um die Förderung von Toleranz und kämpft in aller Welt gegen Rassismus, Antisemitismus, Terrorismus und Völkermord.“
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