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„Impfungen wohl nicht verantwortlich“: Experten auf der Suche nach Ursachen für Übersterblichkeit

CC0 / Catkin / Pixabay / Friedhof (Symbolbild)
Friedhof (Symbolbild) - SNA, 1920, 29.12.2021
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Über die „rätselhafte Übersterblichkeit“ im Herbst berichtet die Tageszeitung „Welt“ am Mittwoch. Dabei schätzten Mediziner und Statistiker Zahlen des Statistischen Bundesamts ein, wonach im September, Oktober und November mehr Menschen als im Durchschnitt gestorben sind. Impfungen als Todesursache halten die Experten für unwahrscheinlich.
„Mitte Oktober gab das Statistische Bundesamt (Destatis) eine nur wenig beachtete Pressemitteilung heraus“, schrieb die Zeitung „Die Welt“ am Mittwoch. „Im September 2021 waren in Deutschland 77.612 Menschen gestorben, rund 7000 mehr als im Durchschnitt der vorangegangenen vier Jahre. Für den Oktober meldete Destatis wieder überzählige Tote von ähnlichem Ausmaß. Im November schließlich stieg die Übersterblichkeit laut Destatis auf über 15.000 zusätzliche Tote an – 20 Prozent über dem Durchschnitt der Vorjahre.“
Diese 30.000 zusätzlichen Tote während der Herbstmonate bezeichnete die Tageszeitung als beunruhigend, „denn mit Corona-Infektionen lassen sie sich nur zu einem Teil erklären“.

Immer mehr ältere Menschen

„Die Informationspolitik des Statistischen Bundesamts halte ich in der Form nicht für sinnvoll“, wurde der Statistiker Göran Kauermann zitiert. Er leitet das Institut für Statistisk an der Universität in München.
Hauptgebäude des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden - SNA, 1920, 09.12.2021
Statistisches Bundesamt: Covid-19 trägt zur Übersterblichkeit bei
Im Gegensatz zu Destatis vergleiche Kauermann, wie viele Menschen es in den verschiedenen Altersgruppen gibt und errechne daraus, „mit wie vielen Todesfällen man im aktuellen Jahr rechnen müsste. Weil es von Jahr zu Jahr mehr alte Menschen gibt, sterben jedes Jahr etwas mehr Menschen.“ Zudem zeige eine weitere Analyse Kauermanns ein überraschendes Ergebnis:

„Die Übersterblichkeit ist in Deutschland sehr ungleich verteilt. (...) Eine auffallende Übersterblichkeit gibt es derzeit in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und stärker noch in Sachsen und Thüringen. Diese vier Bundesländer gehören zugleich zu den Schlusslichtern bei den Impfquoten.“

Fordern Corona-Maßnahmen mehr Opfer als gedacht?

Bei den erhöhten Todeszahlen könnte es sich um „unerkannte Corona-Fälle“ oder „die ersten Folgen von aufgeschobenen Operationen oder Vorsorgeuntersuchungen“ handeln, vermutet Felix zur Nieden, Fachmann für Sterbefalldaten bei Destatis. Die beobachtete Übersterblichkeit könnte also erstmals zeigen, dass die Pandemie mitsamt allen Maßnahmen eben mehr Oper fordere als die direkten Todesfälle durch Corona-Infektionen. „Zugleich gab es in diesem Jahr eine weitere Besonderheit“, so der Bericht weiter:

„Über 61 Millionen Menschen haben mindestens eine Dosis eines der neu entwickelten Covid-19-Impfstoffe erhalten. In den sozialen Medien äußern manche daher die Vermutung, die derzeitige Übersterblichkeit könnte durch Impfungen verursacht werden.“

„Impfungen wohl nicht für Übersterblichkeit verantwortlich“

Aus mehreren Gründen sei diese Erklärung allerdings abwegig:
„Die Impfkampagne begann Anfang des Jahres, woraufhin es für einige Monate eine Untersterblichkeit gab. Die Übersterblichkeit setzt erst im Herbst ein und betrifft vor allem ältere Menschen – die aber in der Mehrzahl bereits Anfang des Jahres geimpft wurden.“
Zudem würden seit Beginn der Impfkampagne am 27. Dezember 2020 mögliche Nebenwirkungen und Todesfälle in Deutschland dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gemeldet.
Menschen gehen am Morgen in London über die London Bridge, den 29. Juli 2021. - SNA, 1920, 13.08.2021
Eurostat: Sterblichkeit in der EU weiterhin über dem Durchschnitt
„Nach dem gerade erschienenen Sicherheitsbericht gab es von Januar bis Ende November dieses Jahres 1919 verdächtige Todesfälle. (...) In 78 Fällen hat das PEI einen ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung als möglich oder wahrscheinlich bewertet – bei über 123 Millionen Impfungen.“
Grundsätzlich sei es jedoch möglich, dass nicht alle Todesfälle, die von einer Impfung ausgelöst werden, dem PEI gemeldet werden. Diesen Verdacht äußerte demnach Anfang August der Chef-Pathologe der Universitätsklinik Heidelberg, Peter Schirmacher. Damals warnte er vor einer hohen Dunkelziffer bei Impftoten.
„Um schwere unerwünschte Impfnebenwirkungen zu erfassen, zu verstehen, zu verhindern und besser zu behandeln, sind mehr Obduktionen notwendig“, sagte er der Zeitung.
Für wahrscheinlicher hält Pathologe Schirmacher Kollateralschäden durch die Corona-Maßnahmen der vergangenen Monate.
„Gegen den Verdacht, es könnte unbemerkt und in größerem Ausmaß Todesfälle aufgrund der Impfungen geben, sprechen außerdem große Analysen aus anderen Ländern, in denen Statistiker viele Millionen Akten der Krankenkassen auswerten“, so die „Welt“.

Statistiker-Streit

Im Jahr 2020 gab es demzufolge während der Corona-Wellen Wochen mit deutlicher Übersterblichkeit. „Ob es aber auf das gesamte Jahr betrachtet eine Übersterblichkeit gegeben hat, darüber streiten sich die Statistiker.“ Zwischen den Statistikern von Destatis und der Universität Essen sei ein scharfer Disput über die korrekte Berechnung der Übersterblichkeit entbrannt.

„Der Streit wird vermutlich weitergehen. Und die Analyse, welchen Schaden die Pandemie auf welche Weise angerichtet hat, dürfte noch viele Wissenschaftler über Jahre hinweg beschäftigen.“

Ein Mädchen in  der Moskauer Metro. - SNA, 1920, 25.10.2021
Studie: Keine erhöhte Sterberate durch COVID-19 in Deutschland
Die Ursachen für den derzeitigen Anstieg der Todeszahlen „dürften vielfältig und komplex sein“, bilanzierte die Zeitung aus dem Hause Springer. „Bei den von Destatis gemeldeten Zahlen handelt es sich allerdings um Rohdaten, die einer genaueren Analyse bedürfen.“
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