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30 Jahre Öffnung der Stasi-Akten: SED-Aufarbeitungsbeauftragter spricht von großem Sieg

CC BY-SA 3.0 / Appaloosa / Wikimedia CommonsStasi-Akten (Archivbild)
Stasi-Akten (Archivbild) - SNA, 1920, 27.12.2021
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Das Gesetz über die Unterlagen der DDR-Staatssicherheit feiert übermorgen seinen 30. Geburtstag. Seitdem hat die Öffentlichkeit legal die Möglichkeit zur Akteneinsicht. Der Berliner SED-Aufarbeitungsbeauftragte Tom Sello hält die Öffnung der Stasi-Akten am 29. Dezember 1991 für einen großen Erfolg.
„Es war ein großer Sieg in der Revolution, dass es uns gelungen ist, einen Großteil der Stasi-Unterlagen zu bewahren und letztendlich auch die Öffnung der Akten zu erreichen“, sagte der ehemalige Bürgerrechtler der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Möglichkeit zur Akteneinsicht habe zum gesellschaftlichen Frieden beigetragen.
Roland Jahn, der scheidende Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen - SNA, 1920, 27.12.2020
DDR-Geschichte: Rund 35.000 Anträge auf Einsicht in Stasi-Akten gestellt
Die Einsicht in die eigene Akte sei für viele Opfer sehr wichtig gewesen, sagte Sello, seit 2017 Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
„Man konnte sehen, was wusste die Stasi, wer war daran beteiligt und wer war nicht daran beteiligt“, so der 64-Jährige. „Das war für viele in ihrer Selbstvergewisserung ein wichtiger Aspekt.“ Aus den Akten sei auch klar geworden, wer „standhaft geblieben“ sei.
Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR war 1950 gegründet worden. Im Wendejahr 1989 arbeiteten 91.000 hauptamtliche und 180.000 inoffizielle Mitarbeiter daran, Kritiker der SED-Herrschaft ausfindig zu machen und zu verfolgen. Bürgerrechtler verhinderten Ende 1989 und Anfang 1990, dass alle Akten vernichtet wurden. 16.000 Säcke zerrissener Papiere wurden eingelagert. Die Akten aus rund 500 Säcken wurden per Hand wieder zusammen gepuzzelt, bei 23 gelang dies virtuell.
Nach der Eröffnung der Stasi-Unterlagen konnten ab 2. Januar 1992 Millionen Menschen in ihre Akten schauen, die oft auch verdeckte Spitzel in ihrer Umgebung offenbarten. Bis heute wurden von Betroffenen, Journalisten, Historikern und Behörden insgesamt 7,4 Millionen Anträge gestellt, davon 3,37 Millionen zur persönlichen Akteneinsicht. Im Juni 2021 wurden die Akten von der ehemaligen Stasi-Unterlagen-Behörde ins Bundesarchiv übertragen.
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