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Zu Weihnachten erhielten Russlanddeutsche ihr eigenes Haus in Moskau

© Foto : Asja DobrowolskajaDas Deutsch-Russische Haus
Das Deutsch-Russische Haus - SNA, 1920, 24.12.2021
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Das Deutsch-Russische Haus, das mit Mitteln des Steuerzahlers der Bundesrepublik Deutschland schon 1997 eingerichtet wurde, wurde dieser Tage in die Eigenverantwortung der Russlanddeutschen übergeben. Es wird zum Flaggschiff der Kultur- und Geschäftszentren der Russlanddeutschen in mehreren Regionen Russlands.
„Diese Häuser tragen zur Entwicklung ihrer Eigeninitiative in Kultur und Wirtschaft bei und sind wichtige Partner in der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland in verschiedenen Bereichen“, betonte Igor Barinow, Leiter der Föderalen Agentur für Nationalitätenangelegenheiten Russlands. „Das Haus wird zum Anziehungspunkt aller Moskauer. Trotz der gespannten Beziehungen zwischen unseren Ländern vermeiden wir eine übermäßige Politisierung und finden Gemeinsamkeiten, finden Kompromisse bei der Lösung scheinbar sehr schwieriger Fragen.“
Als einen Meilenstein im Leben der Russlanddeutschen bezeichnete auch der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Bernd Fabritius, die Übergabe des Hauses an ihre Selbstverwaltung. „Kultur- und Geschäftszentren der Russlanddeutschen bilden den geeigneten Rahmen für die breite Brücke, die die Deutschen in Russland zusammen mit ihren in Deutschland lebenden Landsleuten bauen“, unterstrich er. „Diese breite Brücke braucht ein Zuhause. Und das ist das Deutsch-Russische Haus. Die deutsche Minderheit in Russland erschöpft sich nicht in einer kulturell-ethnischen Tätigkeit, sondern baut eine vierspurige Autobahnbrücke zwischen unseren beiden Ländern, Brücken zu den Deutschen in den anderen Staaten, nicht nur der ehemaligen Sowjetunion, sondern in ganz Mittel- und Osteuropa.“
Es sei das deutliche Zeichen, so Fabritius weiter, „dass die Bundesregierung Russlanddeutsche als Partner bestätigt und ihnen Eigenverantwortung gibt. Sie haben einfach durch ihre Arbeit, durch ihr Sein, durch die Art, wie sie sind, gezeigt, dass sie keinen Aufpasser brauchen. Sie brauchen niemanden, der das Haus für sie verwaltet. Deswegen sollen sie das Haus in Eigenverantwortung übertragen bekommen.“

Lichtblick der deutsch-russischen Beziehungen

© SNA / Nikolaj JolkinIgor Barinow, Leiter der Föderalen Agentur für Nationalitätenangelegenheiten Russlands im Gespräch mit dem deutschen Botschafter Géza Andreas von Geyr
Igor Barinow, Leiter der Föderalen Agentur für Nationalitätenangelegenheiten Russlands im Gespräch mit dem deutschen Botschafter Géza Andreas von Geyr - SNA
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Igor Barinow, Leiter der Föderalen Agentur für Nationalitätenangelegenheiten Russlands im Gespräch mit dem deutschen Botschafter Géza Andreas von Geyr
© SNA / Nikolaj JolkinDer deutsche Botschafter Géza Andreas von Geyr am Bild „Weihnachten“ von Irina Marz
Das Deutsch-Russische Haus - SNA
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Der deutsche Botschafter Géza Andreas von Geyr am Bild „Weihnachten“ von Irina Marz
© Foto : Asja DobrowolskajaDie erste stellvertretende Vorsitzende des Internationalen Verbands der deutschen Kultur Olga Martens und der Präsident der nationalen Kulturautonomie der Russlanddeutschen Heinrich Martens
Das Deutsch-Russische Haus - SNA
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Die erste stellvertretende Vorsitzende des Internationalen Verbands der deutschen Kultur Olga Martens und der Präsident der nationalen Kulturautonomie der Russlanddeutschen Heinrich Martens
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Igor Barinow, Leiter der Föderalen Agentur für Nationalitätenangelegenheiten Russlands im Gespräch mit dem deutschen Botschafter Géza Andreas von Geyr
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Der deutsche Botschafter Géza Andreas von Geyr am Bild „Weihnachten“ von Irina Marz
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Die erste stellvertretende Vorsitzende des Internationalen Verbands der deutschen Kultur Olga Martens und der Präsident der nationalen Kulturautonomie der Russlanddeutschen Heinrich Martens
Auch der deutsche Botschafter in Russland, Géza Andreas von Geyr, betonte „das Vertrauen und das Zutrauen der Bundesregierung in Russlanddeutsche. Für mich sind Sie ein Lichtblick der deutsch-russischen Beziehungen, die das wirklich Entscheidende für die Beziehungen und den Charakter der Beziehungen ausmachen. Eine Weihnachtsfeier in ihrem Haus zeigt das Gemeinsame, die Verbundenheit.“
Der Präsident der nationalen Kulturautonomie der Russlanddeutschen, Heinrich Martens, wies darauf hin, dass, wenn im Leben der Völker und Staaten ernsthafte Missverständnisse auftreten, die Rolle der Zivilgesellschaften in diesen Ländern, die Rolle der zwischenmenschlichen und familiären Beziehungen zunimmt. „Die Russlanddeutschen erfüllen heute gewissermaßen diese Rolle. Wir geben uns Mühe, als eine Freundschaftsbrücke die Regionen Russlands mit Deutschland zu verbinden.“
„Die Russlanddeutschen waren traditionsgemäß vorbildliche Bürger des russischen Staates, im Russischen Reich wie in der Sowjetunion“, unterstrich Martens. „Jetzt sind wir würdige Bürger Russlands. Wir waren schon immer bestrebt, etwas Nützliches für Russland zu tun, und haben den Ausbau der deutsch-russischen Zusammenarbeit immer befürwortet. Wir haben einen langen Weg zurückgelegt, bevor uns dieses Haus in Verwaltung gegeben wurde. Wir haben beweisen müssen, dass wir uns darauf verstehen, dass wir es meistern würden, dass wir den Kinderschuhen entwachsen sind. Wir können unser Schicksal selbst gestalten.“
Anastasia Milekhina, Leiterin des Deutschen Buchinformationszentrums Moskau, Vertretung Frankfurter Buchmesse - SNA, 1920, 03.12.2021
Deutsche Bücher in Moskau ausgestellt: Werden sie mehr gelesen?
„Wir brauchen Hilfe“, merkte Heinrich Martens auch an, „weil wir ein Repressalien ausgesetztes und nicht endgültig rehabilitiertes Volk sind. Aber wir sind bereit, die Verantwortung für unser Schicksal zu übernehmen, unser Leben selbständig zu organisieren und selbst für unsere kulturelle Identität zu sorgen, sie selbständig weiterzuentwickeln, die Traditionen und Bräuche unseres Volks, die deutsche Sprache an unsere Kinder und Kindeskinder zu überliefern. Es ist vor allem für diejenigen wichtig, die in kleinen Ortschaften und Dörfern irgendwo in Sibirien, im Fernen Osten oder im Hohen Norden leben, wohin diese Menschen 1941 verbannt wurden. Sie verfügen nicht über die Möglichkeiten, die in Großstädten vorhanden sind.“
„Das Haus, das wir heute übernehmen“, fuhr der Chef der nationalen Kulturautonomie der Russlanddeutschen fort, „ist kein Einzelbeispiel. 2006 haben wir ein Kultur- und Geschäftszentrum in Omsk eröffnet, 2017 wurde gemeinsam mit der deutschen Seite das Problem rund um das Deutsch-Russische Haus in Kaliningrad aufgrund eines tragfähigen Kompromisses gelöst. Im vorigen Jahr haben wir mit Unterstützung Deutschlands einen herrlichen Raum im Zentrum von Jekaterinburg für ein weiteres russlanddeutsches Kulturzentrum bekommen. Da gibt es deutsche Sprachkurse, Sonntagsschule, Arbeitskreise für Kinder, finden verschiedene Kulturveranstaltungen statt. Vor Ablauf dieses Jahres werden wir noch ein Haus in Barnaul bekommen. Die Zeit wird kommen, wo Russland und Deutschland wieder eng zusammenarbeiten werden, dann werden die deutschen Unternehmen von unseren Kultur- und Geschäftszentren in unterschiedlichen Regionen Russlands profitieren können. Diese Zentren werden für sie dann schon bereitstehen.“

Eine neue Kulturszene Moskaus

© Foto : Asja DobrowolskajaIgor Barinow, Leiter der Föderalen Agentur für Nationalitätenangelegenheiten Russlands
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Igor Barinow, Leiter der Föderalen Agentur für Nationalitätenangelegenheiten Russlands
© Foto : Asja DobrowolskajaDer Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Bernd Fabritius
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Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Bernd Fabritius
© SNA / Nikolaj Jolkin

Veronika Andrejtschenko, Preisträgerin des Musikwettbewerbes in Sibirien

Veronika Andrejtschenko, Preisträgerin des Musikwettbewerbes in Sibirien - SNA
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Veronika Andrejtschenko, Preisträgerin des Musikwettbewerbes in Sibirien

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Igor Barinow, Leiter der Föderalen Agentur für Nationalitätenangelegenheiten Russlands
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Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Bernd Fabritius
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Veronika Andrejtschenko, Preisträgerin des Musikwettbewerbes in Sibirien

Die erste stellvertretende Vorsitzende des Internationalen Verbands der deutschen Kultur, Olga Martens, versprach, dass dieses Haus ein Haus der deutsch-russischen Partnerschaft sein wird und eine neue schöne Kulturszene für die Moskauer, ein Haus, wo sich jeder mit der deutschen Sprache vertraut machen kann. Und nicht zuletzt ein Haus, wo unternehmerische Initiativen ein offenes Ohr haben werden. Dabei merkte sie an, dass Weihnachten eine ganz besondere Zeit für die deutsche Minderheit in Russland sei. „Das ist die Zeit, wo man den klarsten Draht zur Sprache und Kultur hat. So war das in der Sowjetunion, so ist es auch jetzt.“
Olga Martens erinnerte sich an ihre sibirische Kindheit, wo eine sehr strenge Person, der Schreckgestalt Pelznickel von Haus zu Haus gelaufen ist und geprüft hat, wie man das ganze Jahr gearbeitet hat. „Die ganze Familie stand vor Prüfungen. Man klopfte an die Tür, und jeder sollte einen Bericht abhalten, wie er das Jahr verbracht hatte, war er anständig, ist er in die Kirche gegangen, hat er morgens und abends gebetet? Hat er gut gelernt? Wir waren in diesem Jahr sehr tüchtig, so werden wir auch bleiben und brauchen keine Angst vor Pelznickel zu haben!“, sagte sie zum Schluss.
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