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„Unkluges Sägen am Ast“ – Putin über Schwierigkeiten mit Nord Stream 2

© SNA / Dmitry Lelchuk / Zur BilddatenbankDie Fertigstellung von Nord Stream 2
Die Fertigstellung von Nord Stream 2 - SNA, 1920, 24.12.2021
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Zusätzliche Mengen Erdgas können einen Preisrückgang auf dem europäischen Gasmarkt auslösen. Nach Worten von Russlands Präsident Putin ist es aus diesem Grund unvernünftig, gegen die Inbetriebnahme der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 anzuarbeiten.
Es sei unklug, die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 zu behindern, sagte der russische Präsident in einer Sitzung des russischen Staatsrats, eines an der strategischen Ausrichtung der russischen Politik beteiligten Gremiums. Unklug sei dies auch für diejenigen, „die diesem System keine Möglichkeit zum Funktionieren geben“. Denn zusätzliche Gasmengen in Europa würden den Preis auf dem Spotmarkt „selbstverständlich drücken“.
Mit Blick auf die Ukraine erklärte Putin, die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 würde sogar den Ländern helfen, die das russische Erdgas nicht auf direktem Wege kaufen wollten: „Auch für sie würde der Preis sinken – und zwar erheblich. Sie sägen schlicht am Ast, auf dem sie sitzen.“ Die europäischen Länder hätten den Preisanstieg auf dem Gasmarkt durch die Rückführung von Erdgas in die Ukraine mitverursacht.
Einrichtungen der Yamal-Europe-Pipeline in der Stadt Zichenau in Polen (Symbolbild) - SNA, 1920, 23.12.2021
Deutschland will Ukraine „die Hosen hochhalten“: Putin weist Vorwürfe zu Gazprom-Lieferungen zurück
Neben der Kritik am Pipeline-Projekt Nord Stream 2 wird in Europa der Vorwurf erhoben, Russland manipuliere den Gasmarkt, indem es die Erdgasleitung Jamal–Europa nicht auslaste. Dazu äußerte sich Putin am gestrigen Donnerstag. Gazprom erfülle seine vertraglichen Verpflichtungen in vollem Umfang, sagte er. Dass Jamal-Europa nicht ausgelastet sei, liege daran, dass deutsche und französische Gasbezieher keine Abnahmemengen angemeldet hätten.
Dabei bleibt der Füllstand der europäischen Gasspeicher weiter niedrig, was laut Experten den Gaspreis zusätzlich hochtreibt. Hinzu kommen das allgemein schwache Gasangebot und die hohe Gasnachfrage in Asien. Alles in allem führen die Faktoren zu immer höheren Preisrekorden beim Erdgas. In diesem Monat stieg der Preis am Terminmarkt binnen zwei Wochen um 80 Prozent auf über 2.000 Dollar je 1.000 Kubikmeter. Die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 verzögert sich währenddessen aufgrund der fehlenden Zertifizierung des Pipelinebetreibers durch die deutsche Bundesnetzagentur.
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