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Boomtown Moskau

© SNA / Maksim Blinov / Zur BilddatenbankStadtviertel in der russischen Hauptstadt Moskau, "Moskau City"
Stadtviertel in der russischen Hauptstadt Moskau, Moskau City - SNA, 1920, 23.12.2021
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Moskau ist mit 12,7 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt Europas. Mit rund einer Billion Euro ist sein Bruttosozialprodukt das größte in Europa. Das Moskauer Ballungsgebiet zieht eine große Zahl von Menschen an. Die neuen Moskauer kommen aus ganz Russland und aus dem postsowjetischen Raum, von der Ukraine bis nach Kirgistan.
Bereits im Vor-Corona-Jahr 2019 war das Bruttosozialprodukt in Moskau um das 2,4-Fache größer als in Russland insgesamt. Moskau mit seiner dienstleistungsorientierten Wirtschaft ist schneller aus der Krise gekommen als andere russische Regionen. Die Kehrseite besteht darin, dass die soziale Kluft zwischen ihnen und der Hauptstadt dadurch noch größer wird.
Die Auslandhandelskammer Moskau führt in ihrem Morgentelegramm folgende Zahlen an:
Im September 2021 war das Durchschnittsgehalt in der Hauptstadt um das 1,9-Fache höher als in Gesamtrussland.
Die Pro-Kopf-Ausgaben des regionalen Haushaltes von Moskau waren in diesem Zeitraum 2,3-mal größer als im Durchschnitt der russischen Regionen.
Zwischen Januar und November 2021 wurden in Moskau im Vergleich zu Russland insgesamt pro Kopf 1,9-mal mehr neue Wohnungen übergeben.

Moskau kassiert die meisten Steuern

Doch warum ist der Abstand zwischen Moskau und dem Rest Russlands so enorm? Moskau bietet eine größere Vielfalt an Waren, Dienstleistungen und ausgebildeten Fachkräften. Es hat auch eine weit besser ausgebaute Infrastruktur als andere Städte im Land.
Ein weiterer, womöglich sogar noch bedeutenderer Grund liegt in dem, was die russische Regionalforscherin Natalja Subarewitsch „Hauptstadt-Rente“ nennt. Der Anteil des Mittelstandes an der russischen Wirtschaft bleibt im internationalen Vergleich gering.
Kreditkarte (Symbolbild) - SNA, 1920, 19.12.2021
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Die russische Volkswirtschaft ist von Großkonzernen geprägt. Diese sind häufig staatsnah oder in der Rohstoff-Förderung tätig. Maßgeblich ist oft auch eine Nähe zu behördlichen Entscheidungsträgern. Dementsprechend haben die meisten der Großunternehmen ihren Hauptsitz in Moskau. Dort zahlen sie die Gewinn- und zum Teil sogar die Rohstoff-Förder-Steuer. Zudem stellen sie viele hochqualifizierte Manager an, die ihre Einkommen ebenfalls in der Hauptstadt versteuern. So ist die Moskauer Stadtkasse stets gut gefüllt, schreibt die AHK Moskau.

Moskau bleibt dynamischste Stadt

Experten halten es für wahrscheinlich, dass es der Hauptstadt gelingen wird, diese Vorteile mittelfristig in eine noch dynamischere Entwicklung umzumünzen. Sie setzt seit Beginn der Corona-Krise als einzige russische Region eine erfolgreiche antizyklische Wirtschaftspolitik um. Infrastrukturprojekte schaffen Arbeitsplätze und machen die Stadt noch moderner und bequemer. Dies zeigt sich in immer neuen Straßen, U-Bahn-Strecken und Wohnkomplexen.
Neujahrstimmung 2021-2022 in Moskau - SNA, 1920, 20.12.2021
Weihnachts- und Neujahrstimmung 2021-2022 in Moskau – Fotos
Dass die real verfügbaren Einkommen der Bevölkerung im 3. Quartal 2021 in Moskau zum Vorjahr um 10,9 Prozent und im russischen Durchschnitt nur um 7,6 Prozent gestiegen sind, ist Ausdruck dieser Entwicklung, so die AHK.
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