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Damit Kiews Anliegen auch Gehör finden: Ukrainischer Botschafter verrät Tricks im Umgang mit Berlin

CC BY 2.0 / Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen / Wikimedia CommonsDer ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk
Der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk - SNA, 1920, 22.12.2021
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Der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrej Melnyk, hat deutschen Politikern vorgeworfen, Anfragen ukrainischer Diplomaten oft zu ignorieren, weshalb die ukrainische Seite sich gezwungen sehe, über die Medien zu handeln. Das sagte Melnyk in einem am Dienstag veröffentlichten Interview gegenüber ukrainischen Medien.
Deutschland sei in kultureller Hinsicht wohl zu Recht eine große Nation, so der Botschafter. Für Kiew bedeute das, dass es sich Berlin leisten könne, „legitime Interessen oder Anliegen“ anderer Staaten, einschließlich der Ukraine, zu ignorieren. So eine Situation komme fast täglich vor, wenn er sich an verschiedene Ministerien wende und seine Position und Argumente zum Ausdruck bringe, so Melnyk weiter. „Man hört dann als Antwort oft: ‚Danke, dass Sie gekommen sind. Wir haben aber so eine Linie und wir werden sie nicht ändern“, beklagte sich der Botschafter.
Daher sei die ukrainische Seite gezwungen, über die Presse zu agieren, um deutsche Politiker zu einer Reaktion zu bewegen. „Was bleibt uns dann anderes übrig, als diese Fragen in die Öffentlichkeit zu bringen?“ „Wenn dieselben Fragen dann Experten stellen, auf die wir zuvor die Antwort ‚geht spazieren‘ bekamen, oder Vertreter einflussreicher deutscher Medien, dann muss man schon Argumente bringen und das öffentlich tun“, betonte Melnyk.
Deutschland habe sich an solch ein Herangehen noch nicht gewöhnt. Deutschland lebe „nach alten Maßstäben und Mustern“, indem alles hinter verschlossen Türen erledigt würde und wichtige Entscheidungen „nicht öffentlich und im engen Kreis“ getroffen würden.
Pentagon-Sprecher John Kirby (Archivbild) - SNA, 1920, 22.12.2021
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„Wir haben versucht, eine kalte Dusche zu organisieren und das ruft eine allergische Reaktion hervor. Wir spüren das“, sagte Melnyk und bekräftigte, dieses Herangehen auch weiter nutzen zu wollen. Laut dem ukrainischen Botschafter gelingt ihm dank dieses Ansatzes nicht nur, die deutschen Politiker zur Stellungnahme zu bestimmten Fragen zu provozieren, sondern auch darüber die deutsche Öffentlichkeit zu informieren.
Zuvor hatte Melnyk mitgeteilt, dass die Stellung Berlins zu den Lieferungen von Defensivwaffen an die Ukraine auch unter der neuen Regierung unverändert bleibe. Die Chancen, dass sich daran etwas ändern werde, schätzte er als „minimal“ ein.
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