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„Stabilitätsorientierter Sozialdemokrat“ – Was vom neuen Bundesbank-Chef Nagel erwartet wird

© REUTERS / Ralph OrlowskiVolkswirt Joachim Nagel
Volkswirt Joachim Nagel - SNA, 1920, 21.12.2021
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Nach der Nominierung des Ökonomen Joachim Nagel für den Chef-Posten der Deutschen Bundesbank durch Kanzler Olaf Scholz (SPD), scheinen die Erwartungen groß zu sein. Finanzfachleute und Banken erwarten von ihm eine „stabilitätsorientierte Geldpolitik“. Sein Lebenslauf deutet darauf hin, dass Nagel diesen Erwartungen gerecht wird.
Der voraussichtlich neue Präsident der Bundesbank, der Ökonom Joachim Nagel (SPD), sei „ein freundlicher Mensch, ein rabiates Auftreten ist seine Sache nicht“, so die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) am Montag. „Der 55-jährige Volkswirt mit der dunklen Brille stammt aus Karlsruhe (...). Zeitweise war er in den neunziger Jahren Referent für Wirtschafts- und Finanzpolitik beim SPD-Parteivorstand in Bonn. Nach Stationen bei der Landeszentralbank in Hannover, der Bundesbank und der KfW-Bankengruppe arbeitete er zuletzt im Management der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).“
Die „FAZ“ weiter: Während für die „Ampel“-Koalition unter Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) „zweifellos eine Rolle spielen dürfte, dass Nagel SPD-Mitglied ist, wird in den Notenbanken offenbar besonders geschätzt, dass er Erfahrungen im Notenbanker-Alltag aus der Bundesbank mitbringt“.
Volkswirt Joachim Nagel - SNA, 1920, 20.12.2021
Neuer Bundesbank-Präsident – Scholz und Lindner empfehlen „erfahrenen“ Volkswirt Joachim Nagel

Straffere Geldpolitik unter Nagel?

Viele Beobachter erwarten laut dem Bericht nun, dass Nagel im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) die „straffere Geldpolitik“ seines Vorgängers Jens Weidmann weiterführt. Deshalb sei die Frage höchst interessant, ob der neue oberste Bundesbanker diesen Kurs der Geldstabilität fortsetzen werde.
„Viele Altgediente am Finanzplatz Frankfurt, die der traditionellen Bundesbank-Politik sehr verbunden sind, scheinen froh zu sein, dass es Nagel geworden ist und nicht EZB-Direktorin Isabel Schnabel oder DIW-Chef Marcel Fratzscher, über die auch spekuliert worden war und von denen sie größere Abweichungen vom Weidmann-Kurs erwartet hätten“, kommentierte die Zeitung.
17 Jahre lang war Nagel der „Tagesschau“ zufolge bei der Deutschen Bundesbank in verschiedenen Funktionen tätig, „die letzten Jahre im Vorstand. Da kümmerte er sich um die Umsetzung der Geldpolitik.“ Unter anderem für die Bereiche „Märkte“ und „Informationstechnologie“. In den Vorstand der Deutschen Bundesbank „aufgerückt war Nagel 2010 für den ausgeschiedenen Thilo Sarrazin“, so die „FAZ“. Dort wirkte er sieben Jahre lang, bevor er 2017 zur Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wechselte, wo er den Berichten nach für die Entwicklungszusammenarbeit mit anderen Staaten zuständig war.
Nagels Vorgänger Weidmann habe merklich frustriert nach zehn Jahren hingeschmissen, „weil er sich im Rat der EZB mit seiner Vorstellung einer stabilitätsorientierten Geldpolitik nicht durchsetzen konnte“, so die „Tagesschau“. „Noch immer fährt die europäische Notenbank eine Politik des billigen Geldes, auch um hochverschuldete Länder wie Griechenland, Italien, Spanien und Frankreich zu stützen. Dabei lässt sie sich auch nicht von der stark angestiegenen Inflation beeindrucken.“
Thorsten Polleit - SNA, 1920, 31.10.2021
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Inflation wohl Nagels schwierigste Aufgabe

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ nannte den Bundesbank-Chef in spe am Montag einen „stabilitätsorientierten Sozialdemokraten“. Diesen Ruf genieße Nagel auch innerhalb der FDP.
„Angesichts von Inflationsrisiken wächst die Bedeutung einer stabilitätsorientierten Geldpolitik“, teilte Finanzminister Christian Lindner (FDP) Anfang der Woche auf Twitter mit. Nagel sei eine erfahrene Persönlichkeit, die Kontinuität sichere, lobte Lindner.
Auch weitere Ökonomen, Finanzbranchenvertreter und Bankhäuser sehen in der Ernennung Nagels eine positive Personalentscheidung. Der neue Bundesbankpräsident sollte sich „weiter konsequent für Preisstabilität einsetzen“, empfahl Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Ein solcher Ansatz sei in Zeiten weltweit steigender Inflationsraten wichtiger denn je.
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