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Nicht Kuba-Krise wiederholen: „Rossiya Segodnya“-Chef warnt Westen vor Fehlern in Ukraine-Konflikt

© SNA / Владимир Трефилов / Zur BilddatenbankGeneraldirektor der Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya, Dmitri Kisseljow
Generaldirektor der Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya, Dmitri Kisseljow - SNA, 1920, 20.12.2021
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Der russische Journalist und Generaldirektor der Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya, Dmitri Kisseljow, hat den Westen vor einer Wiederholung der Kuba-Krise in der heutigen Situation mit der Ukraine gewarnt. Ihm zufolge wird Russland gezwungen sein, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, sollte die Nato die Warnungen Moskaus nicht ernst genug nehmen.
Russland zeigt sich in letzter Zeit besorgt wegen der dauerhaften Anwesenheit von Nato-Truppen mit schwerem Militärgerät unweit seiner Grenzen. Der Kreml hat diese Art der Nato-Osterweiterung immer wieder beanstandet und fordert nun Garantien einer Nicht-Aufnahme der Ukraine in das nordatlantische Militärbündnis.
Die Ukraine zum Nato-Mitglied zu machen, wäre laut der russischen Regierung eine Gefährdung von lebenswichtigen Sicherheitsinteressen Russlands.
In einem Interview mit dem Sender BBC sagte Kisseljow, es könne zu einer Eskalation nur wegen des Westens kommen – Moskau wolle das nicht. Der Journalist fügte in diesem Zusammenhang hinzu, Russland sei gegebenenfalls bereit, Gewalt anzuwenden, sollten die USA und ihre Partner im Nato-Bündnis die roten Linien überschreiten.
„Für Russland geht es hier um Leben und Tod“, betonte Kisseljow.

„Andernfalls werden wir alle in radioaktive Asche verwandelt“

Auf die Behauptung des BBC-Reporters, Moskau schreibe seinen Nachbarn etwas vor, indem es darauf bestehe, dass die ehemaligen Sowjetrepubliken „nichts mit der Nato zu tun haben dürfen“, verwies Kisseljow auf die „historische Realität“.
„Länder haben entweder Glück oder Pech, sich in der Nähe von Russland zu befinden. Das ist die historische Realität, sie (die Länder – Anm. d. Red.) werden sich nirgendwo hinbewegen. Es ist dasselbe wie bei Mexiko. Es hat entweder Glück oder Pech, in der Nähe der USA zu sein...Es wäre gut, unsere Interessen zu harmonisieren und Russland nicht in eine Lage zu bringen, in der Raketen uns in vier Minuten erreichen können“, sagte Kisseljow.
Für den Fall, dass die Nato keinen Konsens mit Russland erziele, sei Moskau bereit, „eine vergleichbare, analoge Bedrohung zu schaffen, indem es seine Waffen in der Nähe von Entscheidungszentren stationiert“, so Kisseljow.
„Wir schlagen jedoch einen Weg vor, dies zu vermeiden und keine Drohungen auszusprechen. Andernfalls werden wir alle in radioaktive Asche verwandelt“, sagte er weiter.
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Haben „die beste Waffe der Welt“

Auch warnte Kisseljow vor der Aufnahme der Ukraine in die Nato und versprach als Gegenmaßnahme, Druck auf die USA auszuüben.
„Wenn wir über den Beitritt der Ukraine zur Nato oder die militärische Erschließung des Territoriums der Ukraine sprechen, dann werden wir unsere Pistole an die Schläfe der Vereinigten Staaten setzen“, erklärte der „Rossiya Segodnya“-Chef.
Kisseljow zufolge steht Russland im militärisch-technischen Sinne ganz oben. Das Land habe demnach die beste Waffen der Welt – nämlich Hyperschallwaffen. Diese würden die USA so schnell erreichen können, wie amerikanische oder britische Waffen Moskau von der Ukraine aus erreichen könnten, sagte Kisseljow gegenüber dem BBC-Sender und brachte es auf den Punkt:
„Das wäre schon die Situation der Kuba-Krise“.
Russland hat zuvor Entwürfe des Vertrags mit den USA und des Abkommens mit der Nato veröffentlicht, die insbesondere Bestimmungen über gegenseitige Sicherheitsgarantien in Europa, über den Nicht-Einsatz von Mittel- und Kurzstreckenraketen in gegenseitiger Reichweite und über die Nicht-Erweiterung der Nato nach Osten enthalten.
Die Dokumente wurden bereits an Washington und seine Verbündeten übergeben.

Zwei mögliche Wege für Nato

Angesichts der derzeitigen Spannungen zwischen der Nato und Russland hatte der russische Vize-Außenminister Alexander Gruschko erklärt, dem Westen böten sich zwei Wege: die russischen Vorschläge zu Sicherheitsgarantien in Europa ernstnehmen oder sich mit einer militär-technischen Alternative konfrontiert sehen.
Das Außenministerium in Moskau hatte am vergangenen Freitag Entwürfe von Sicherheitsverträgen an die USA und die Nato gerichtet. Die vorläufigen Dokumente enthalten Sicherheitsgarantien, wonach die nordatlantische Allianz fortan auf die Erweiterung in den Osten und die Aufnahme ehemaliger Sowjetrepubliken verzichten soll.
Damit einhergehend soll das westliche Militärbündnis auch seine militärischen Aktivitäten in Osteuropa, in der Ukraine, im Südkaukasus sowie in Zentralasien einstellen. Diese Vorschläge nicht zu beachten, könnte laut dem russischen Außenministerium zu einer erneuten Zuspitzung der momentanen Konfrontation führen.
Außenministerium Russlands (Archivfoto) - SNA, 1920, 10.12.2021
Moskau: Beziehungen zwischen Russland und dem Westen an kritischer Grenze

Nato wirft Russland „Aggressionspläne“ vor

In letzter Zeit spricht der Westen oft von einer „russischen Aggression“ und wirft dem Land vor, Truppen an der Grenze zur Ukraine zusammenzuziehen und eine Invasion des Nachbarlandes vorzubereiten. Die russische Regierung beharrt ihrerseits auf der Berücksichtigung russischer Sicherheitsinteressen.
Russland führt die westlichen Erklärungen auf den Wunsch des Nordatlantikpaktes zurück, mehr Technik an russische Grenzen zu bringen und eigene Interessen zu lobbyieren. Dem Kreml- Sprecher Dmitri Peskow zufolge verlegt Russland eigene Truppen auf dem eigenen Territorium wie es will: Das bedrohe niemanden und sei kein Grund für Sorgen.
Auf dem Forum „Russia Calling!“ hat Putin Ende November erklärt, dass die Stationierung von Waffen auf dem Territorium der Ukraine für Russland eine rote Linie bedeuten würde. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa nannte eine weitere rote Linie für Russland: Einen Beitritt der Ukraine zur Nato.
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